Archivierter Artikel vom 04.06.2018, 10:26 Uhr
Unkel

Route zu den 18 Häusern der Großen Europäer geplant

Der Vorsitzende des Willy-Brandt-Forums Unkel, Christoph Charlier, zeigte sich erfreut über die hohe Ehre, dass das Unkeler Haus zu dem Kreis eingeladen wurde.

Das Familienfoto des Netzwerks der Großen Europäer entstand vor dem Monnet-Haus.
Das Familienfoto des Netzwerks der Großen Europäer entstand vor dem Monnet-Haus.

Das Netzwerk der Häuser und Stiftungen der Großen Europäer hat bei seinem zweiten Treffen am 17. und 18. Mai im Jean-Monnet-Haus in Bazoches sur Guyonne, 40 Kilometer westlich von Paris die Einrichtung einer „europäischen Route“ verabredet. Die Route soll die Verbindung der 18 Netzwerkmitglieder bekannt machen und Besucher die Angebote der Häuser informieren. Die Häuser wollen untereinander Exponate und Ausstellungen tauschen und ein gemeinsames Signet für ihre grenzüberschreitende Arbeit entwickeln.

Dem vom Europäischen Parlament organisatorisch unterstützten Netzwerk gehören die Häuser und Stiftungen 18 Großer Europäer an: Konrad Adenauer (Rhöndorf), Alcide de Gasperi (Tesino), Jean Monnet (Bazoches-sur-Guyonne), Robert Schuman (Scy-Chazelles), Edward Heath (Salisbury), Willy Brandt (Unkel), Bronislaw Geremek (Warschau), Vaclav Havel (Prag), Mario Soares (Lissabon) und Altiero Spinelli (Verona). Das Netzwerk trifft zwei Mal jährlich zusammen, beim nächsten Mal am 8. und 9. November in Brüssel.

Der Vorsitzende des Willy-Brandt-Forums Christoph Charlier zeigte sich erfreut über die hohe Ehre, dass das Unkeler Haus zu dem erlauchten Kreis eingeladen worden sei. Viele interessierte Fragen zu Willy Brandt habe er beantworten müssen. Die meisten Großen Europäer des Netzwerks habe Brandt persönlich gekannt und mit ihnen zusammengearbeitet. Unkel wolle die Arbeit des Europäers Brandt stärker in den Vordergrund rücken. Die kulturelle und politische Stärke eines Europäischen Europas werden über dessen Stellung in der Welt bestimmen, meinte Charlier.

Bei dem jüngsten Treffen im Monnet-Haus schilderte der Kabinettschef und enge Berater von Monnet, Georges Berthoin, farbig die 16-Stunden-Arbeitstage. Monnet, der eigentliche Gründungsvater Europas, sei kein Stadtmensch gewesen. Er habe seine Arbeitstage, wann immer möglich mit einem langen Spaziergang begonnen. Weil er die ländliche Harmonie nicht missen wollte, habe er ein Haus auf dem Land in erreichbarer Nähe zu Paris gesucht. Dort lebte er von 1945 bis zu seinem Tod 1979. In seinen Erinnerungen charakterisiert Willy Brandt Monnet, der nach dem Zweiten Weltkrieg Chef der französischen Planbehörde war, als noblen Mann, der sich durch keinen Rückschlag entmutigen ließ, sondern immer wieder Anregungen gab, wie die europäischen Dinge vorangebracht werden könnten.