Archivierter Artikel vom 01.04.2019, 12:55 Uhr
Neuwied

Ökumenischer Abiturgottesdienst am Werner-Heisenberg Gymnasium Neuwied

Unter dem Motto „Abiversal – 13 Jahre im falschen Film“ feierten kürzlich die Abiturienten des diesjährigen Jahrgangs mit ihren Angehörigen in der evangelischen Brüdergemeine Neuwied ihren Abiturgottesdienst.

Foto: Lisa Ahrens/Pia Simolka

Eröffnet wurde dieser durch den feierlichen Einzug der ehemaligen Schüler in den hellen, lichtdurchfluteten Saal. Nach einer herzlichen Begrüßung ihrerseits boten sie den Anwesenden einen kleinen Rückblick auf ihre Schulzeit sowie einen Ausblick auf Kommendes.

Foto: Lisa Ahrens/Pia Simolka

Passend zum Leitspruch „13 Jahre im falschen Film“ wurde die Metapher des Lebensfilms verwendet. In der Predigt gingen hierbei alle drei Predigenden auf ihren Lieblingsfilm ein und bezogen diese auf die individuellen und einzigartigen Lebensfilme der Abiturienten. Viele assoziieren einen „falschen Film“ mit etwas Negativem. Jedoch gibt es auch gute „falsche Filme“, darauf ging Abiturientin Emily Köfer in ihrer Predigt ein. Manchmal gibt es schöne Momente im Leben, die die Frage aufwerfen, ob das, was einem gerade passiert, wirklich der Realität entspricht.Außer Lernen und Disziplin hat die Schulzeit den ehemaligen Schülern noch viel mehr gegeben, nämlich sich in einer großen Gemeinschaft zu etwas Einzigartigem zu entwickeln und trotz Differenzen und Vielfältigkeit eine Einheit zu bilden. Aber dennoch sollte man sich selbst treu bleiben und nicht versuchen, sich zu verändern, um in eine Einheit zu passen, denn solche basiert auf unterschiedlichen Menschen.

Des Weiteren gab Dechant Thomas Darscheid den Abiturienten mit auf den Weg, dass sie jetzt schon ihre Pläne und Träume selbst angehen sollen, damit sie diese nicht über die Jahre aus den Augen verlieren. Sie sollen Vertrauen zu sich selbst haben und sich nicht von dem Gedanken „ihr Leben könne ein falscher Film sein“ abbringen lassen. Schulpfarrer Jörg Eckert lag es besonders am Herzen, den ehemaligen Schülern zu vermitteln, dass es normal ist, verschieden zu sein. Jeder ist einzigartig und der Schulfilm wird nur zu einem falschen Film, sofern jeder die gleiche Rolle besetzen will. Deshalb ist es wichtig, egal, ob im Schul- oder Lebensfilm, die eigene Rolle und den richtigen Platz für sich selbst zu finden und das Ganze gleichzeitig kritisch angehen zu können. Einheit besteht aus Verschiedenheit, weshalb jeder seiner persönlichen Stimme folgen sollte.

In den Fürbitten wurde für die Abiturienten sowie für diejenigen, die aus krankheitsbedingten Gründen leider nicht anwesend sein konnten und für die Menschen, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit ausgeschlossen werden, gebetet. Umrahmt wurde die Feierlichkeit von Instrumentalmusik, unter anderem aus der Filmbranche, aber auch alle Anwesenden wurden durch gemeinsames Singen in das Programm mit eingebunden, was, besonders durch einen Kanon, für eine gemeinschaftliche und festliche Stimmung sorgte.

Das Lied „Möge die Straße uns zusammenführen – und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand“ rundete den emotionalen und einzigartigen Gottesdienst mit Gottes Segen und einem prächtigen Orgelnachspiel des Kantors Thomas Sorger ab.