Archivierter Artikel vom 28.05.2021, 15:45 Uhr
Neuwied

Nicht nur in Corona-Zeiten: Sexualisierte Gewalt ist auch am Gymnasium ein Thema

Sexualisierte Gewalt ist in vielen Lebensbereichen anzutreffen und gerade in Corona-Zeiten hat die Zahl von Fällen noch einmal deutlich zugenommen. Insbesondere Kinder sind häufig davon betroffen.

Um das Thema besser in das Bewusstsein der Gesellschaft zu bringen, ist Aufklärung unerlässlich. Das fanden auch die Schüler*innen des Pädagogik-Leistungskurses an der Ludwig-Erhard-Schule, die zusammen mit ihrer Lehrerin einen Online-Workshop zur sexualisierten Gewalt besuchten. Als Expertin für diesen Vortrag konnten die Schüler*innen, gemeinsam mit ihrer Lehrerin Birgit Bühne, Anja Busch von „Babelfisch“ gewinnen. Babelfisch ist ein Verein, der sich unter dem Motto Hinsehen – Hinhören – Handeln gegen Gewalt an Kindern und Jugendlichen einsetzt. Zu Beginn des Workshops ging es vor allem darum, welche Arten von sexualisierter Gewalt es überhaupt gibt und wie häufig diese vorkommen. Ebenso wichtig ist natürlich auch das Wissen darüber, wie man sich vor den verschiedenen Formen der Gewalt schützen kann. Dazu hatte Anja Busch verschiedene Fallbeispiele mitgebracht und alle mussten nun aktiv beurteilen, wie sie mit diesen wahren Fällen umgehen würden.

Jedes dritte Kind ist betroffen

Dass sexualisierte Gewalt kein Nischenthema ist, zeigt ein Blick in die Statistik. Jedes dritte Kind ist in Deutschland schon einmal Opfer von sexualisierter Gewalt in physischer und psychischer Form geworden. Eine Zahl, die aufhorchen lässt und die den Teilnehmenden deutlich machte, wie ernst die wirkliche Lage ist. Dies zeigte sich auch in der Abschlussrunde, die dem informativen Vortrag von Anja Busch folgte. Es gab einen regen Austausch, sehr viel positives Feedback und den erklärten Willen der Schüler*innen, dass es nicht nur am Beruflichen Gymnasium der Ludwig-Erhard-Schule wichtig ist, sich mit solchen Themen zu beschäftigen, sondern dass es auch in allen Lebensbereichen darauf ankommt, das Bewusstsein für sexualisierte Gewalt zu schärfen. Wer selber mit sexualisierten Gewalt konfrontiert ist, kann sich Hilfe suchen, zum Beispiel bei „Nummer gegen Kummer“ oder Seelsorge- und Notfalltelefonen. Der Verein Babelfisch bietet für Interessierte zudem Schulungen, Prävention- und Informationsprogramme an.

Bericht von Timea Kiesow und Sophia Thelen, LES