Archivierter Artikel vom 09.12.2019, 12:26 Uhr
Windhagen

Mit kleinen Schritten und offenen Augen – Schöpfung erleben und bewahren

"Der erste Frühling auf dem neu gestalteten Außengelände. Jeder Winkel wurde mit staunenden Kinderaugen entdeckt. Jeder Grashalm und jede Blüte ist für die Kinder ein unfassbares Geschenk.

Foto: Kath. Kita St. Bartholomäus Windhagen

Der Elternausschuss und das Kindergarten-Team feiern den Abschluss dieses Projektes mit einem wunderschönen Einweihungsfest im Mai. Hier wurde in Gesprächen deutlich, dass dieser „Luxus“ nicht selbstverständlich ist, der Fürsprache vieler bedurfte und letztendlich auch des Einsatzes erheblich finanzieller Mittel. Und an dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an Josef Rüddel, der in seiner Funktion als Bürgermeister hierzu maßgeblich mit beigetragen hat. Aber auch an die Parteien, die für uns gekämpft haben. Die Schöpfung Gottes zu bewahren gelingt nicht, indem man Flächen zubetoniert, sondern, indem man Anstrengungen unternimmt, ein naturnahes, kinderfreundliches Außengelände zu errichten.

Foto: Kath. Kita St. Bartholomäus Windhagen

Schnell kam auch die Frage auf, was können wir zurückgeben und wo können wir uns einbringen. Daraus entstand das Projekt „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“. Ja, es sind nur kleine Schritte, aber auch hier muss ein Fuß vor den anderen gesetzt werden. Und in Kinderkonferenzen wird sehr schnell deutlich, dass auch unsere Kleinen einen Blick dafür entwickeln, wo wir uns einbringen können. Im nahe gelegenen Wald wurde Müll eingesammelt. Die eigenen Brotdosen wurden untersucht, ob hier nicht vermeidbare Verpackungen enthalten sind. Mehrwegbeutel für Schmutzwäsche statt Plastikbeutel am Kleiderhaken sind nur einige Beispiele, wie wir unsere Verhaltensweisen mit etwas mehr Nachhaltigkeit versehen können. Und nicht zu vergessen: unsere neuen Hochbeete. Fleißige Kinderhände haben sie befüllt, dass Saatgut eingebracht, täglich das Wachstum begutachtet, die Pflanzen gegossen und ganz zum Schluss auch noch die geernteten Zucchini in die Küche gebracht. Daraus wurde dann, eine Suppe zubereitet, die deutlich besser schmeckte als alle anderen davor.

Soweit die Sicht der Kinder auf ihren Beitrag für Gottes Schöpfung. Der Kindergartenausschuss und das Team haben sich in diesem Jahr entschieden, der unfassbaren Menge von 125.000 Papierhandtüchern etwas entgegen zu setzen. Ist es sinnvoll auf Stoffhandtücher umzuschwenken? Was ist ökologischer? Und es kostete Überzeugungsarbeit und auch wieder etwas mehr an finanziellen Mitteln. Was bringt das, werden Sie sich fragen. Die Antwort: zwei Restmülltonnen weniger, die alle drei Wochen geleert werden müssen. Und es ist wieder – aus unserer Sicht – ein Beitrag für die Nachhaltigkeit und wieder haben alle an einem Strang gezogen und ihren Beitrag dazu geleistet: der Katholische Kirchengemeindeverband und die Ortsgemeinde Windhagen. Dafür ist das Team des katholische Kindergartens St. Bartholomäus dankbar.

Und ganz zum Schluss die von den Eltern ausgerichtete Lichterfeier zu Ehren des St. Martin. Leuchtende Kinderaugen, dampfende Becher mit Kakao und ein leckerer Wecken: für Erzieher, Kinder und Eltern jedes Jahr ein wunderschöner Übergang in die Adventszeit. Und diesen Übergang haben die Eltern nahezu müllfrei gestalten können. Milch aus Pfandflaschen, Keramik- statt Plastikbecher, Papiertüten statt Plastikbeutel um Wecken mit nach Hause zu nehmen. Lediglich zwei Beutel Salzstangen und Kakaopulver-Verpackung blieben zurück. Nicht nur für die schöne Feier, sondern auch für das Mitziehen an einem „nachhaltigen“ Strang durch das ganze Kindergartenjahr bedankt sich das Kita-Team bei den Eltern und dem Elternausschuss unter der Vorsitzenden Nicole Krumscheid.

So kommt ein Schritt vor den anderen. Gefühlt stehen wir noch ganz am Anfang, aber jeder Weg beginnt mit kleinen Schritten. Wir haben nur diese eine Welt. Und die müssen wir jetzt schützen damit wir sie denen unbeschadet weitergeben können, denen wir täglich unsere ganze Aufmerksamkeit schenken. Wir alle müssen Gutes tuen und an die Zukunft denken."