Archivierter Artikel vom 01.10.2018, 10:00 Uhr
Neuwied

Menschenrechtsorganisation nimmt Todesstrafe in Belarus in den Fokus

Aus Anlass des Internationalen Tages gegen die Todesstrafe am 10. Oktober beschäftigte sich die Neuwieder Gruppe von Amnesty International (AI) bei einem Infostand mit dieser unmenschlichen Strafe.

Das Bild zeigt Theresia Knieke, Ruth Trautzenberg, Celine Amesse, Beate Junglas-Krischer, Siegfried Kowallek und Manfred Kirsch.
Das Bild zeigt Theresia Knieke, Ruth Trautzenberg, Celine Amesse, Beate Junglas-Krischer, Siegfried Kowallek und Manfred Kirsch.
Foto: Amnesty International Neuwied

Amnesty lehnt aus humanitären Gründen generell die Todesstrafe ab, denn sie richtet sich gegen die Würde des Menschen, die auch Straftätern nicht abgesprochen werden kann. Inge Rockenfeller erklärte: „Die Todesstrafe ist der schwerste Angriff auf die Würde des Menschen. Kein Verbrechen rechtfertigt es, Menschen das Leben zu nehmen.“

In 106 Staaten der Erde ist die Todesstrafe abgeschafft, in acht Staaten gibt es zeitweise Sonderstrafverfahren, in 298 Staaten gibt es einen Hinrichtungsstopp. Aber in 56 Staaten wird sie noch angewandt, wie zum Beispiel in China und in bestimmten Bundesstaaten der USA, wie in Texas.

2017 gab es weltweit 993 Hinrichtungen und 2591 Todesurteile, aber aufgrund fehlender Angaben einiger Staaten nimmt AI an, dass dies nur ein Bruchteil der tatsächlichen Hinrichtungen sind. Die Hinrichtungen erfolgen oft durch die Giftspritze, aber auch durch Erhängen und Erschießen. Oft werden Gefangene in der Todeszelle erst wenige Minuten vor ihrer Hinrichtung über ihre Exekution informiert. Manfred Kirsch äußerte sich hoffnungsvoll, da es immer weniger Staaten gebe, in denen die Todesstrafe angewendet werde.

Im Fokus stand diesmal Belarus (Weißrussland), welches das letzte Land in Europa und Zentralasien ist, in dem die Todesstrafe noch vollstreckt wird. Bei dem Infostand in Neuwied konnten Passanten eine Petition unterzeichnen, in der Amnesty folgende Forderungen für Belarus stellte: Den Stopp der möglichen Hinrichtung der Straftäter Ihar Herschanhou und Siamion Berazknoy in Belarus und deren Umwandlung in eine Freiheitsstrafe; die Beendigung der Geheimhaltung rund um die Todesstrafe; ein Moratorium für die Todesstrafe, das auf eine vollständige Abschaffung der Todesstrafe abzielt.

Im Rahmen der Interkulturellen Wochen lag auch eine Petition aus, in der der Stopp von Flüchtlingen nach Afghanistan gefordert wurde.

Anlässlich des Staatsbesuches von Präsident Erdogan erinnerte AI an die inhaftierten Journalisten. Menschenrechtsverteidiger forderte ihre Freilassung sowie Meinungsfreiheit in der Türkei.