Archivierter Artikel vom 19.10.2021, 14:25 Uhr
Linz

Menschen gut begleiten auf dem letzten Stück des Wegs

Angeregt und finanziert durch den Förderverein für Palliativ- und Hospizarbeit Rhein-Wied absolvierten Mitarbeiter der ASD Kranken- und Tagespflege Linz eine Schulung mit Thema „Sensibilisierung für die palliative Versorgung – Ein erster Einblick“.

Foto: Förderverein für Palliativ- und Hospizarbeit Rhein-Wied

In ihrem abwechslungsreichen und praxisnahen Vortrag, der immer wieder die Erfahrungen der anwesenden Pflegekräfte mit einbezog, zeigte die Dozentin Ruth Vasko auf, wie entscheidend das Einüben einer palliativen Haltung in der ambulanten Pflege ist. Pflege bedeute ja nicht nur Waschen, Medikamente anreichen, sondern beinhalte Gespräch, Mitgefühl und das sich Einlassen auf die Bedürfnisse des zu Pflegenden. Gerade auf dem „letzten Stück des Wegs“ seien besondere Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gefordert, um frühzeitig zu erkennen, wann Palliativ Care einsetzen muss, um die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von Palliativpatienten soweit wie möglich zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und ihnen so ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Palliativ Care sei hierbei 90 Prozent Haltung und zehn Prozent Fachwissen. Notwendig sei dazu auch eine ständige eigene Reflexion der Pflegekräfte über die Fragen: „Wie stehe ich selbst zu Sterben und Tod?“ und „Was möchte ich für die letzte Phase meines Lebens?“ Gleichzeitig wies Frau Vasko aber auch nachdrücklich darauf hin, dass Pflegekräfte ihre eigenen Grenzen erkennen, anerkennen und auch mitteilen sollten. Sie machte den Anwesenden Mut, bei aller geforderten Professionalität menschlich zu bleiben, weil genau diese Menschlichkeit gefordert sei, wenn etwa bei der morgendlichen Pflege ein Patient sagt, dass seine Frau das bevorstehende Weihnachtsfest wohl allein feiern müsse. Diese Schulung war die zweite einer vom Förderverein geplanten Reihe von Fortbildungsangeboten für in der ambulanten Pflege und der stationären Altenpflege tätigen Kräfte, um möglichst breite Basisqualifikationen zu erreichen.