Archivierter Artikel vom 26.07.2021, 16:44 Uhr
Dierdorf/Selters

Krankenhaus Dierdorf/Selters: „Der Patient muss wieder in den Mittelpunkt“

Dr. Tanja Machalet (SPD) war zu Gast im Ev. Krankenhaus Dierdorf/Selters (KHDS).

Das Foto zeigt (von links) Guido Wernert (KHDS-Geschäftsführer), Erwin Reuhl (Mitglied des KHDS-Verwaltungsrats), Rolf-Peter Leonhardt (KHDS-Verwaltungsratsvorsitzender), Dr. Tanja Machalet (SPD-Bundestagskandidatin), Jörg Geenen (stv. Geschäftsführer des KHDS) und Rainer Hummel (Vorsitzender des Krankenhausvereins Selters/Dierdorf).
Das Foto zeigt (von links) Guido Wernert (KHDS-Geschäftsführer), Erwin Reuhl (Mitglied des KHDS-Verwaltungsrats), Rolf-Peter Leonhardt (KHDS-Verwaltungsratsvorsitzender), Dr. Tanja Machalet (SPD-Bundestagskandidatin), Jörg Geenen (stv. Geschäftsführer des KHDS) und Rainer Hummel (Vorsitzender des Krankenhausvereins Selters/Dierdorf).
Foto: Ev. Krankenhaus Dierdorf/Selters

Die Bundestagskandidatin nutzte die Gelegenheit, um sich am Beispiel der gut aufgestellten Krankenhausgesellschaft an den zwei Standorten Dierdorf und Selters ein Bild von den Herausforderungen der medizinischen Versorgung im ländlichen Bereich zu machen. Vertreter des KHDS-Verwaltungsrates und der Geschäftsführung gaben Dr. Machalet einen praxisnahen Einblick. Jahrzehntelange Klinik-Erfahrungen ergänzt um die Erkenntnisse der jüngsten Pandemie, wie auch der Aufruf an die Politik die Krankenhausplanung und die Krankenhausfinanzierung in eine Hand zu geben, waren zentrale Themen des Gesprächs. Die medizinische Versorgung muss strukturiert werden.

Fortschritt kontra Wachstum

Wichtig war es Dr. Tanja Machalet vor allem den Mitarbeitenden an den beiden Betriebsstätten für deren Einsatz während der Pandemie zu danken. Guido Wernert, Geschäftsführer des KHDS nahm den Dank stellvertretend für die Kollegen aus der Pflege, Medizin und Veraltung entgegen und erklärte: „Wir haben das getan, was getan werde musste. Entscheidungen wurden schnell und unbürokratisch getroffen und orientierten sich immer am Wohl der Patienten. Für unsere Häuser gilt: Wir werden das medizinisch Notwendige und Sinnvolle für unsere Patienten realisieren.“ Gewünscht hätte sich der Klinikmanager ein ähnliches Vorgehen seitens aller Akteure im Gesundheitswesen. Als Folge der Pandemie arbeiten die Kliniken heute deutschlandweit für etwa 20 Prozent weniger Patienten. Das müsse zu Veränderungen in der Struktur des Gesundheitswesens und somit im dualen System der Krankenhausfinanzierung führen. In Deutschland stammen die finanziellen Mittel aus zwei Quellen. Für Bau, Unterhalt und Investitionen sind die Bundesländer zuständig. Die laufenden Kosten für Personal oder Material tragen die Krankenkassen, welches auf Bundesrecht basiert. Die Länder tun sich schwer eigenständig Kliniken zu schließen, der Bund versucht dass mit immer hürdenhafteren Abrechnungsmöglichkeiten nach dem Zufallsprinzip zu erreichen. Dem Bund kommt dabei der eigens beauftragte Medizinische Dienst der Krankenkassen gut zu Hilfe.

Potential nutzen

„Der Patient muss wieder in den Mittelpunkt“, betonte Dr. Tanja Machalet. Sie zeigte sich daher insbesondere beeindruckt von den zwei Groß-Projekten, die das KHDS derzeit realisiert. Neben der Modernisierung und Erweiterung des Notfallstandortes Dierdorf – hierzu zählt der Aufbau einer zusätzlichen Inneren Medizin inklusive einer hochmodernen Endoskopie und die Vergrößerung der Kapazitäten der Intensivstation – wird in Selters die Stroke-Unit um 50 Prozent deutlich erweitert werden. „Die Anzahl der Schlaganfallerkrankungen ist während der Pandemie nicht weniger geworden. In unserer Stroke-Unit haben wir daher auch während der Krise eine qualitativ hohe und in vielen Fällen lebensrettende Schlaganfallversorgung sichergestellt. Hiermit verbunden waren fraglos enorme organisatorische Notwendigkeiten. Der Bedarf und eine optimale Organisation führen uns zu dem Entschluss, unsere Stroke-Unit um weitere Betten auszubauen“, erklärte Erwin Reuhl, Mitglied des KHDS-Verwaltungsrates. Die mit dem Ausbau verbundenen Investitionskosten seien zwar nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz Sache des Landes. Die Weiterentwicklungsmaßnahme in Selters werde aber mit Eigenmitteln durchgeführt, weil man eine möglichst rasche Durchführung anstrebt. Der Bauantrag für diese zukunftsträchtige Baumaßnahme sei gestellt.

Dr. Tanja Machalet unterstrich die Bedeutung und Wichtigkeit der Selterser Stroke-Unit für die Region. Die Bundestagskandidatin aus dem Wahlkreis Montabaur kennt ihre Heimat bestens und weiß: „Beim Schlaganfall suchen die Menschen im Westerwald Hilfe in der Stroke-Unit in Selters. Ganz sicher auch deshalb, weil die Schlaganfalleinheit unter neurologischer Leitung steht und so sinnvoll in eine Neurologische Fachklinik eingebettet ist.“ Die aktuell weiter geplante Erweiterung der Neurologischen Früh-Reha am Standort Selters sieht sie als sinnvoll an und kann sie nur nachhaltig unterstützen, da hierdurch die neurologische Akutbehandlung im therapeutischen Spektrum sinnvoll ergänzt wird. Das sind die besten Voraussetzungen für den Genesungsprozess.

Ambulante Versorgung sichern

Durch die qualitativ hochwertige und vor allem sektorenübergreifenden medizinischen Versorgung habe das KDHS mit seinen angegliederten Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) Leuchtturmcharakter in Region. Mit derzeit 10 Praxen an vier Standorten ist die Klinik ein fester Bestandteil in der ärztlichen Versorgung und trägt auch zur Sicherung der Haus- wie auch Fachartarztstruktur in der Region Selters, Dierdorf, Puderbach/Urbach sowie Hachenburg erfolgreich bei. Jüngst konnte beispielsweise für die Allgemeinmedizinische MVZ-Praxis in Urbach wiederholt ein engagierter, junger Mediziner gewonnen werden. Weiter ist man mit den politischen Vertretern der Verbandsgemeinden Selters, Dierdorf, Rengsdorf, Puderbach wie Ransbach-Baumbach in kooperativer Abstimmung, um Handlungsoptionen des Evangelischen Krankenhaus Dierdorf-Selters gGmbH in Bezug auf Sicherung von Arztsitzen und die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in der Region zu nutzen.

Und genau das treibt auch SPD-Kandidatin für den Bundestag um: „Ich will – besonders vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels – eine stärkere Öffnung von Krankenhäusern für die ambulante Versorgung und den Ausbau von teambasierten Formen der ambulanten Versorgung. Dienstleistungen könnten perspektivisch von niedergelassenen Teams und Krankenhäusern gemeinsam erbracht werden.“ Genauso wie es im KHDS seit Jahrzehnten erfolgreich in allen Belangen und zeitgemäß praktiziert wird und wie es der Verwaltungsratsvorsitzende Rolf-Peter Leonhardt auf den Punkt brachte: „Wir stehen nicht auf der Stelle, vielmehr suchen wir aktiv Neuerungen und investieren auf einem hohem Niveau in die medizinische und personelle Weiterentwicklung unserer Klinik. Das ist mutig für ein Haus unserer Größe. Im Rahmen einer strukturierten, am Patientenwohl orientierten Krankenhausplanung aber mehr als passfähig.“

Dr. Tanja Machalet, die als „Stimme des ländlichen Raums in der Gesundheitspolitik“ von ihrem Wohnort Meudt nach Berlin wechseln will, nutzt die Zeit bis dahin aktiv dazu die guten medizinischen Leistungen aus der Region intensiv kennenzulernen, um sie dann impuls- oder gar beispielgebend in der Bundespolitik umzusetzen. Die Verantwortlichen des KHDS stehen mit ihrem Know-How und ihrer Klinik-Expertise für den weiterführenden Dialog selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Pressemitteilung: KHDS