Bad Hönningen

Jeder Schritt ein Geschenk

Foto: Dernbacher Gruppe Katharina Kasper

Bewohnerin des Seniorenzentrums St. Elisabeth in Bad Hönningen schafft, was keiner für möglich hielt.

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Im Jahr 2013 musste Liesel Sartor eine schwerwiegende Entscheidung treffen: OP oder nicht? Da es sich bei der Operation um einen Eingriff an ihrer Wirbelsäule handelte, musste der Schritt gut überlegt sein. Die Ärzte machten ihr nichts vor: Ohne eine Operation würde sich ihr Zustand im Laufe der Zeit so sehr verschlechtern, dass die zu erwartenden Einschränkungen einer Querschnittslähmung gleichkämen. Sollte die Operation nicht gut verlaufen, so könne dies schon direkt nach der Operation passieren. Sartor entschied sich für die OP, doch leider wurde ihr Mut nicht belohnt. Nur wenig Bewegung blieb ihr danach noch in den Beinen erhalten. Stehen und Gehen waren nicht mehr möglich.

Was keiner erwartete, haben Liesel Sartor und David Höhler zusammen geschafft.
Was keiner erwartete, haben Liesel Sartor und David Höhler zusammen geschafft.
Foto: Dernbacher Gruppe Katharina Kasper

Kurz nach der Operation zog sie in das Seniorenzentrum St. Elisabeth in Bad Hönningen ein. Sie war zu diesem Zeitpunkt 73 Jahre alt. Sartor verlor aber nicht den Mut! Im vergangenen Jahr übernahm David Höhler von der Therapeutischen Praxis Höhler Sartors Betreuung. Nachdem er ihren Fall genau untersucht hatte, stellte er das Training direkt auf den gezielten Aufbau der stützenden Bauchmuskeln um. Zusammen mit ihm nutzte sie die ihr verbliebene Beweglichkeit und trainierte die entsprechenden Muskelgruppen. Mit ihrem Mut und ihrem Willen begeisterte Sartor dabei nicht nur ihren Therapeuten und ihre Mitbewohner, sondern auch das gesamte Team des Seniorenzentrums St. Elisabeth. „Ich tue jeden Tag das, was ich kann und trainiere deshalb inzwischen auch täglich mindestens eine Stunde“, berichtet sie von ihren Fortschritten.

Anette Scholl, die Einrichtungsleitung des Seniorenzentrums St. Elisabeth, freut sich mit ihrem Team für die heute 81-Jährige Bewohnerin: „Frau Sartor ist wirklich eine außergewöhnliche Frau. Sie hat nie mit ihrem Schicksal gehadert und auch nie den Mut verloren.“ Die Stärkung von Bauch- und Beinmuskulatur sowie das Bewegungstraining des letzten Jahres haben bei Sartor eine Wirkung erzielt, die niemand für möglich hielt. Sie kann inzwischen nicht nur stehen, sondern mit der Hilfe ihres Therapeuten auch wieder ein paar Schritte laufen. Ein Ergebnis, welches nicht nur das Pflegepersonal, sondern auch die behandelnden Ärzte begeistert. Scholl sieht den Therapieerfolg zuvorderst im unbändigen Willen Sartors begründet, weiß aber, dass diese Erfolge nur möglich sind, wenn außergewöhnliche Menschen auch außergewöhnliche Unterstützung erhalten: „Wenn die gemeinsame Arbeit von unseren Bewohnern, ihren Therapeuten und der Pflege solche Ergebnisse erzielt, macht uns das unglaublich stolz!“ David Höhler stimmt ihr zu und ergänzt: „Egal wie alt man ist oder welche Einschränkungen man hat, es ist zusammen unfassbar viel möglich!“ Sartor hat zusammen mit Höhler schon viel erreicht. Für ihre weitere Therapie und natürlich auch die Therapie anderer Bewohner ist die Anschaffung eines Unterarmgehwagens von großem Vorteil. 690 Euro sind dem Förderverein „Freundeskreis Senioren am Römerwall“ für diesen Zweck bereits zugegangen.

Der Freundeskreis unterstützt das Seniorenzentrum seit vielen Jahren in allen Belangen mit enormem Engagement. Scholl zeigt sich überglücklich über diese Großzügigkeit: „Die Unterarmgehwagen sind sehr teuer und werden von unserem Budget nicht abgedeckt, da sie eher für Reha-Einrichtungen, als für Pflegeeinrichtungen gedacht sind. Ein Gerät kostet uns 1500 Euro und wir werden einen Wagen für St. Elisabeth in Bad Hönningen und einen für unser Seniorenzentrum St. Suitbertus in Rheinbrohl holen. Die Wagen werden unseren Senioren eine große Hilfe sein. Man kann an ihnen nicht nur das Gehen trainieren. Sie sind eine sehr viel stabilere Stütze als Rollatoren und ermöglichen damit unseren Bewohnern mehr Sicherheit in der Therapie und auch eine gewisse Mobilität, wenn ein Rollator schon nicht mehr ausreicht.“

„Wenn Sie das Seniorenzentrum bei der Anschaffung der Unterarmgehwagen unterstützen möchten, können Sie dem “Freundeskreis Senioren am Römerwall„ unter folgenden Bankverbindungen Spenden zukommen lassen: Sparkasse Neuwied: IBAN-Nr.: DE 47 5745 0120 0030 2039 88 oder VR-Bank Neuwied-Linz: IBAN-Nr: DE 66 5746 0117 0005 1179 88. Tragen Sie als Überweisungszweck einfach “Spende therapeutische Hilfe„ ein. Die Seniorenzentren St. Elisabeth und St. Suitbertus danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung!“

Pressebericht Dernbacher Gruppe Katharina Kasper