Archivierter Artikel vom 26.03.2018, 10:51 Uhr
Kasbach-Ohlenberg

Im Mittelpunkt der Liturgie stand die Schöpfungsgeschichte

Die Frauen der kfd Ohlenberg gestalten die Feier des Weltgebetstags in der Pfarrgemeinde St. Nikolaus Ohlenberg.

Foto: kfd Ohlenberg

Aus Südamerika kam in diesem Jahr das weltumspannende Gebet der Frauen. Surinam, das kleinste Land Südamerikas, ist so selten in den Schlagzeilen, dass viele Menschen nicht einmal wissen, auf welchem Kontinent es sich befindet. Doch es lohnt sich, Surinam zu entdecken. Dazu hatten die Frauen, die auf Einladung der kfd Ohlenberg zur Feier des Weltgebetstags in die Kirche St. Nikolaus nach Ohlenberg gekommen waren, gleich beim Betreten der Kirche eine erste Gelegenheit: Plakate, gedacht als Stolpersteine, lagen im Mittelgang auf dem Boden und informierten über die Situation der Frauen (Teenager-Schwangerschaften, Müttersterblichkeit, Lebenserwartung), über das Land (Fläche, Bevölkerung, Regierung, Hauptstadt, Unabhängigkeit, Amtssprache, Urwald), über die Religionen (Christen (48 Prozent), Hindus, Muslime, Juden, Buddhisten, Winti) und über die Ethnien (Afrikaner, Inder, Javaner, Araber, Europäer und so weiter).

Im Mittelpunkt der von den Frauen Surinams vorbereiteten Liturgie stand die Schöpfungsgeschichte aus dem Buch Genesis. Die Erzählung des Geschehens eines jeden Tages war begleitet von dem Liedruf „Seht, alles, was Gott gemacht hat, ist wunderbar“. Dazu wurde in Ohlenberg ein „Schöpfungsbild“ auf den Altarstufen gelegt: Verschiedenfarbige Tücher symbolisierten das Dunkel und das Licht, den Himmel, die Erde und das Meer, dazu gesellten sich Pflanzen, Früchte, Wassertiere, Vögel und schließlich der Mensch; am siebten Tag, dem heiligen Tag, an dem Gott ruhte, sollen die Menschen Gott die Ehre geben: Symbolhaft wurde hierzu eine Bibel niedergelegt.

Der Bibeltext, der in herrlichen Bildern von der Erschaffung der Welt durch Gottes Geist erzählt, ist gleichzeitig aber auch eine Mahnung an den Menschen, diese Schöpfung zu bewahren und Fürsorge für sie zu tragen. Surinam, das mit einer vielfältigen Kultur und einer grandiosen Natur reich beschenkt ist, sieht sich zunehmend mit Problemen konfrontiert: Der Klimawandel und seine erschreckenden Auswirkungen bedrohen auch dieses kleine Land, der massive Rohstoffabbau zerstört die Natur, das einst gut ausgebaute Sozialsystem ist kaum noch finanzierbar. Dass das Gleichgewicht in der Gesellschaft aus den Fugen gerät, wird besonders für Frauen und Mädchen zum Problem: In den Familien nimmt Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu, vermehrt brechen schwangere Teenager die Schule ab, Frauen prostituieren sich aus finanzieller Not.

Eine in diesem Gottesdienst vorgetragene Meditation ermutigt und mahnt: „… Alles, was ist, gehört zusammen. Du gehörst zu dieser Erde, zu ihrer strahlenden Schönheit, zu ihrer reichen Vielfalt, aber auch zu ihren Wunden: zum Schmerz der verwüsteten Hügel, der abgeholzten Wälder, des vergifteten Wassers. Die Erde lebt aus Gottes Atem. Atme auch du mit den Rhythmen und dem Lebenspuls der Erde.“