Archivierter Artikel vom 15.07.2019, 10:58 Uhr
Neuwied/Alkmaar

GTRVN war unterwegs in und um Alkmaar

Wieder einmal war der ARZV in Alkmaar Start und Ziel einer Nordholland-Tour des Neuwieder Gymnasial-Turn-Ruderverein (GTRVN), die von Patrik Sassin bestens organisiert war.

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Die Devise in diesem Jahr lautete „getrennt schlafen, gemeinsam rudern“, denn zu den 12 erwachsenen Ruderern kamen noch 5 jugendliche Ruderer hinzu. Der Nachwuchs übernachtete auf Campingplätzen, die älteren mehr oder weniger gediegen in festen Betten.

„Donnerstagmorgen um 9 Uhr, die letzten Anreisenden waren morgens um 5 Uhr in Neuwied aufgebrochen, großes Treffen am Bootshaus des ARZV. Die Boote werden aufgeriggert und los geht’s Richtung Den Helder auf dem Kanaal Alkmaar Kolhorn. Die Landschaft ist typisch holländisch: Schilf, Deich, Weiden, einzelne Höfe. Leider beginnt es zu regnen. Aber besser Regen als Gegenwind, den man auf der gut 40 Kilometer langen Etappe gar nicht brauchen kann. Nach etwa 20 Kilometern kommt die erste Schleuse. Danach ist Mittagspause und die Regenjacken können im t’Anker in Kolhorn an der Garderobe trocknen.

Weiter geht es am Ufer des Amstelmeers entlang in die zweite Schleuse und nach einem Stück auf einem schnurgeraden Kanal wird hinter unserer dritte Schleuse das Tagesziel erreicht. Die Boote werden im Schutz der Schleusenwärtertürme abgelegt. Noch wissen die Teilnehmer nicht, dass ihnen mit dem Erreichen der Übernachtungseinrichtung ein unvergessliches Erlebnis bevorsteht.

Fahrtenleiter Patrik Sassin hat über das Internet, und dort wirklich sehr nett aussehend, Übernachtungen in “pipowagens„ gebucht. Die bunt angestrichenen Bauwagen, ein winziger Zirkuswagen und ein umgebauter Pferdetransporter sollen jeweils drei bis vier Personen Platz bieten. Das tun sie, man kann allerdings dann weder eine Tasche abstellen noch sich irgendwie bewegen. Die Behausungen stehen auf einer Art Rindenmulch hinter den Stallungen von 13 Pferden, die nachts gegen die Stallwand treten. Zum Glück hat sich der Regen komplett verzogen, sonst würde die Truppe im Matsch versinken. Aus dem geplanten Restaurantbesuch wird nichts, denn beim Taxi Vereinsbus ist der Schalthebel defekt. Zwei technisch begabte Teilnehmer reparieren großartig mit Bordwerkzeug und gefundenen Unterlegscheiben. Die Notlösung für das Abendbrot heißt bestellte Pizza. So sitzt man abends gemeinsam im Stuhlkreis, isst Pizza, trinkt Bierchen, führt Wanderfahrtsgespräche und bestaunt die eine oder andere Ratte. Der Streichelzoo wird durch zwei kleine Kampfhunde, die zähnefletschend eher lustig aussehen, komplettiert. Das Frühstück gibt es morgens beim Betreiber in Küche, Wohnzimmer und auf der Terrasse. Dann geht es ab zur Fähre nach Texel.

2,50 Euro kostet die Überfahrt nach Texel. Dort wird die Insel mit Fahrrädern erkundet und ein erfrischendes Nordseebad genommen. Man trifft sich zum Abendessen in einem Pannekoeken-Restaurant. Um 20 Uhr geht es wieder auf das Festland. Hier bleiben noch einige Teilnehmer am Strand, um dort einen traumhaften Sonnenuntergang zu erleben, während der Rest der Pipowagens-Gruppe zum Nachtquartier vorgeht.

Der dritte Tag, wieder ein Rudertag, führt die GTRVNler auf dem Nordhollandkanal Richtung Alkmaar. Nach guten 20 Kilometern biegen die Boote in ein kleines Kanälchen ab und rudern in diese Sackgasse bis zum Ende auf der Höhe des Küstenortes Petten. Die Boote können im stillen Wasser bleiben und die Ruderer gehen ein weiteres Mal Richtung Strand zum Entspannen und Baden. Mit dem Bus wieder in Alkmaar angekommen ist die Freude über ein richtiges Hotelzimmer groß. Auch der Besuch einer Pizzeria klappt und einen Absacker bekommt man samstags in Alkmaar sowieso.

Am letzten Rudertag werden die Boote bis Alkmaar gerudert, wo eine Stadtrunde gedreht wird. Alkmaar ist von einigen Kanälen durchzogen. Es gibt enge und niedrige Brückendurchfahrten (Skulls lang und zurücklegen) sowie enge Kurven. Das Ziel ist ein Eis mitten in der Stadt, das an einer Eisglocke bestellt werden kann und ans Boot geliefert wird. Klar, dass andere Freizeitkapitäne ähnliche Ideen haben und der Platz auf dem Wasser eng und zum Teil umkämpft ist.

Nach dieser Erfrischung sind die letzten Kilometer zum Alkmaarer Ruderverein schnell zurückgelegt. Mit vereinten Kräften werden die Boote geputzt und verladen. Der nächste Treffpunkt ist das Neuwieder Bootshaus. Mit Glück kommen alle ganz gut durch den Rückreiseverkehr und das Versorgen der Boote am Bootshaus geschieht routiniert.

Patrik Sassin macht Werbung für eine Vielzahl von anstehenden Fahrten. Aber nun gilt es erst einmal ihm für die einwandfreie Organisation herzlich zu danken. Immer unvergessen: Pipowagens.“