Archivierter Artikel vom 17.06.2019, 11:41 Uhr
Wissen

Reha-Sportler waren auf Tour im Frankenland

Der diesjährige Vereinsausflug der Reha-Sport-Gemeinschaft Wissen führte ins Frankenland nach Breitengüßbach in der Nähe von Bamberg.

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Foto: privat

Pünktlich zum vorgesehenen Reisebeginn hatten sich 38 reisewillige Teilnehmer am Busbahnhof in Wissen eingefunden. Gut gelaunt und betreut von Busfahrer „Rehlein“ und Busfee „Brunhilde“ führte die Fahrt über die Autobahn. Um diese Fahrt nicht zu eintönig werden zu lassen, wurde die schon traditionelle Verlosung durchgeführt, bei der es keine Nieten aber tolle Überraschungen gab. Unterbrochen wurde die Fahrt durch ein leckeres zweites Frühstück in einem Gasthof in Weibersbrunn.

Ein Besuch von Schloss und Park Seehof bei Memmelsdorf war für einige Mitreisende enttäuschend, weil wegen Ruhetag keine Besichtigung im Haus und Beköstigung möglich war. Am Hotel angekommen, begrüßte der Inhaber Oskar, genannt Ossi, die Reisenden mit einem Glas Frankenwein und Drehorgelklängen. Nach Zimmerbelegung und schmackhaftem Abendessen erfolgte die musikalische Begrüßung durch die singende Wirtin Inge.

Die Stadt Bamberg stand am nächsten Tag auf dem Programm. Die Hinfahrt gestaltete sich zunächst wegen eines Unfalls an der Autobahnauffahrt etwas schwierig, konnte aber mit leichter Verspätung und dank örtlicher Lotsen bewältigt werden. Am Opernhaus stieg Fremdenführerin Lydia zu und erzählte den gewissenhaft lauschenden Gästen bei Stadtrundfahrt und anschließendem Stadtrundgang allerhand Wissenswertes zu der Stadt und einzelnen Gebäuden. So war unter anderem zu erfahren, dass Bamberg wegen Rückhaltetoren an den Flüssen Regnitz und Pegnitz, sowie am Main-Donau-Kanal kein Hochwasser zu befürchten hat. Bamberg wurde im Krieg kaum zerstört. Daher sind die Häuser original erhalten und zum Teil 500 bis 600 Jahre alt und stehen deshalb auf der Weltkulturliste. Am Nachmittag konnte die Stadt auf eigene Faust erkundet werden, was auch in unterschiedlichen Gruppen erfolgte. Weil alle überpünktlich wieder am ausgemachten Treffpunkt waren, konnte die Rückfahrt sogar fünf Minuten vor der ausgemachten Zeit erfolgen.

Auf dem Weg nach Coburg wurde am nächsten Tag zunächst die Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen besucht, wie es etwa eine halbe Million Besucher jährlich tun. Die Kirche ist vierzehn Nothelfern, darunter drei Frauen geweiht und wurde von Balthasar Neumann erbaut. Der Altar steht in der Mitte der Basilika und zeigt die erwähnten Nothelfer auf drei Ebenen. Danach wurde das Kloster Banz besucht, das heute der Hanns-Seidel-Stiftung gehört und als Tagungs- und Schulungszentrum dient. In 132 Zimmern können 190 Übernachtungsgäste untergebracht werden. Diese Gebäude liegen im Obermaintal, zwischen dem Roten und dem Weißen Main, den Quellflüssen des Main. Das Gebiet ist sehr fruchtbar und wird deshalb „Gottesgarten am Obermain“ genannt.

Weiter ging es nach Coburg, wo das Busunternehmen für jeden Teilnehmer eine original „Coburger Bratwurst“ spendierte, die an einer typischen Würstchenbude verköstigt wurde. Wegen der schwülen Hitze nahm nur ein kleiner Teil der Besucher an dem von Fremdenführerin Lydia angebotenen Stadtrundgang teil. Diese erfuhren, dass das Schloss Ehrenburg in der Stadt nur gebaut wurde, weil es den adligen Besitzern im Winter auf der Veste Coburg zu kalt wurde. Nach etwa drei Jahren Bauzeit waren die 101 Zimmer fertig. Das nahe gelegene Theater fungiert als Drei-Sparten-Haus, in dem Oper und Operette, Schauspiel und Konzerte geboten werden. Die Rückfahrt erfolgte entlang des Flüsschens Itz durch den Itzgrund.

Bevor es am nächsten Tag nach Bayreuth ging, brachte die Gruppe einem Mitfahrer ein Geburtstagsständchen. Auf der Fahrt nach Bayreuth durch die äußere Fränkische Schweiz entlang des Flüsschens Wiesent erfuhren die Reisenden allerhand zur Familie Wagner von Reiseleiterin Lydia. Ein Muss bei einem Bayreuthaufenthalt ist der Besuch des Opernhauses auf dem grünen Hügel, das mangels Beheizbarkeit nur von Anfang Juni bis Ende August genutzt wird. Weitere Stationen waren das Grab Richard Wagners, der Hofgarten, das Neue und das Alte Schloss. Nach einer Mittagspause führte die Fahrt durch die innere Fränkische Schweiz zur Teufelshöhle, einer Tropfsteinhöhle bei Pottenstein. Wegen der schwierigen Begehbarkeit wurde auf eine Besichtigung der unterirdischen Wunderwelt verzichtet.

Der nächste Tag sah eine Rundfahrt durchs Frankenland vor. Über Kronach ging es vorbei an der Festung Rosenberg, die niemals eingenommen wurde über die Wasserscheide von Rhein und Elbe, wo der Rennsteig beginnt, nach Ludwigsstadt. Hier wurde die Firma Wela-Suppen besucht, verschiedene leckere Proben genossen und manche deckten sich mit Vorräten ein. In der Laurentiuskirche in Buchbach wurde mit Gesangsvorträgen die tolle Akustik getestet. Die ehemalige Zonengrenze wurde überquert. Die Fahrt durch Thüringen führte über Probstzella, Gräfenthal, Lichte, Neuhaus am Rennweg, Lauscha (bekannt für Christbaumschmuck, Glashütten und Glasmanufakturen), Steinach und Sonneberg wieder zurück nach Bayern.

Der Steigerwald war für den nächsten Tag das Ziel. Er liegt zwischen Regnitz und Main. Schloss Weißenstein und das ehemalige Zisterzienser-Kloster Ebrach, das heute als Justizvollzugsanstalt genutzt wird, waren die Ziele, bevor es durch Weinfranken, dem Weinanbaugebiet am Main zurück nach Bamberg ging. Hier stand der Nachmittag allen zur freien Verfügung. Der Abend wurde musikalich durch die singende Wirtin Inge Haberlein gestaltet. Mit regionalen Liedern, wie dem Frankenlied und bekannten Stimmungsliedern blieb der Abend kurzweilig.

Den letzten Tag, der zur freien Verfügung stand, nutzten einige um etwas länger zu schlafen, den Ort zu erkunden oder den Schützenumzug anlässlich des örtlichen Schützenfestes anzuschauen. Nachmittags hatten die Wirtsleute zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Nach einer harmonischen Woche mit trockenem Wetter und bepackt mit vielen Informationen wurde die Heimreise angetreten. Am Nachmittag trafen alle wieder wohlbehalten in Wissen ein.