Archivierter Artikel vom 25.10.2018, 11:20 Uhr
Hamm

MGV Liedertafel Hamm zu Besuch an der Ahr

Informativer und kulinarischer Ausflug der Hämmscher Sänger an historische und malerische Stätten.

Foto: MGV Liedertafel Hamm

Ein kurzweiliger Ausflug bei bestem Wetter führte die Sänger der Liedertafel und ihre Frauen in diesem Jahr an die Ahr.

Foto: MGV Liedertafel Hamm

Auf dem Programm stand die Besichtigung eines der, ehemals wohl behütetsten Geheimnisse der Bundesrepublik – der ehemalige „Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung derer Funktionstüchtigkeit“, kurz Regierungsbunker.

Dabei handelt es sich um eine 17,3 Kilometer lange Bunkeranlage im Tal der Ahr zwischen Bad Neuenahr-Ahrweiler und Dernau unweit des damaligen Staatsweinguts Marienthal.

Der Bunker entstand unter großer Geheimhaltung in den Jahren 1960 bis 1972 in zwei von fünf Anfang des 20. Jahrhunderts gebauten Tunneln der nie fertiggestellten Eisenbahnstrecke Ruhr-Mosel-Entlastungslinie. Er war insbesondere für die zivilen Behörden aus der damaligen Bundeshauptstadt Bonn bestimmt und sollte der deutschen Bundesregierung als Ausweichsitz und unterirdische Führungsanlage im Kriegsfall dienen.

Ende der 1990-er Jahre wurde die Anlage aus Kostengründen stillgelegt. Nur wenige Jahre später wurde mit der vollständigen Entkernung fast der gesamten Anlage begonnen. Heute ist von dem teuersten Bauwerk der Bundesrepublik nur das kleine Bunkerstück von 203 Meter Länge erhalten, welches heute als Museum besichtigt werden kann.

In einer 1,5-stündigen fachkundigen Führung durch eine Mitarbeiterin der „Dokumentationsstätte Regierungsbunker“ erfuhren die Mitgereisten Interessantes aus der Geschichte des Kalten Krieges. Höhepunkt der Besichtigung war für die Sänger sicher, als man am räumlichen Ende des Museums, vor einer endlos wirkenden, kahlen und vergitterten Tunnelröhre das Hämmscher Lied sang. Die Akustik des Tunnels ließ den Gesang noch lange nachhallen.

Im Anschluss an die Besichtigung ging es mit dem Bus weiter nach Mayschoß, wo man sich bei der Winzergenossenschaft Mayschoß zur Weinprobe angemeldet hatte.

Was passt besser zu einem Hämmscher Verein, als sich im Raiffeisenjahr damit zu beschäftigen, wie die Idee Raiffeisens verbreitet wurde. Und hierfür ist die Winzergenossenschaft Mayschoß ein blühendes Beispiel. Was 1868 mit überschaubaren 18 Personen begann, ist längst eine Erfolgsgeschichte des Ahrtals geworden. Die Winzergenossenschaft ist heute eine Gemeinschaft mit 432 Mitgliedern aus Mayschoß, Altenahr und Walporzheim, die gemeinsam circa 150 Hektar Rebland bewirtschaften.

„Freude am Wein“ lautet dabei seit 150 Jahren die Philosophie, bei der Tradition mit Innovation verbunden wird und für die sich jeder Winzer einsetzt.

Eine Genossenschaft mit „Wir-Gefühl“ so erfahren die Liedertäfler beim Rundgang durch die Kellerei, ermöglicht es den Genossenschaftlern, gemeinsam all die Stärken herauszuarbeiten, die ihre Weinberge zu bieten haben. Die Verbundenheit mit Raiffeisen und seiner Idee spiegelt sich auch im diesjährigen Jubiläumsfass der Winzergenossenschaft wieder, in welchem, neben dem Gründer der Winzergenossenschaft, Nikolaus Näkel, auch das Konterfei von Friedrich Wilhelm Raiffeisen verewigt ist.

Bei der anschließenden Weinprobe mit zünftiger Brotzeit lernte die Hämmscher Reisegruppe dann noch mit Ohr und Gaumen noch Einiges über die Besonderheiten der Ahr-Weine.

Nach der Weinprobe hatten die Teilnehmer dann noch die Möglichkeit durch den Ort Mayschoß und die Weinberge zu spazieren. Am späten Nachmittag wurde dann die Rückreise angetreten.