Archivierter Artikel vom 25.10.2018, 13:54 Uhr
Koblenz

Vom Hochglanzpolierer bis zum Last-Minute-Übenden

Workshop „Kreative Orgelmethodik“ mit Dr. Andrea Kumpe in der Kirchengemeinde Herz Jesu in Koblenz.

Das Bild zeigt Dr. Andrea Kumpe und Torben Schleiden.
Das Bild zeigt Dr. Andrea Kumpe und Torben Schleiden.
Foto: Joachim Aßmann

Es gibt die verschiedensten Übemethoden und ganz unterschiedliche Übetypen, die sich alltäglich mit dem Thema „Orgelüben“ beschäftigen. Da sind zum Beispiel die „Hochglanzpolierer“, die immer wieder die gleiche Stelle üben, obwohl die Passage schon längst klappt oder die „Last-Minute-Übenden“, die erst im letzten Moment vor dem nächsten Unterricht oder sogar vor dem nächsten Konzert anfangen zu Üben. Alles verschiedene Möglichkeiten, aber sind sie auch effektiv und nachhaltig?

Dies alles und vieles mehr waren Inhalte eines Orgelseminars, das am 22. September in Rahmen der Fortbildungsveranstaltungen des Dekanates Koblenz in der Kirchengemeinde Herz Jesu in Koblenz stattfand. Als Referentin konnte Dr. Andrea Kumpe aus Freiburg, die sich schon seit langem mit diversen Übe- und Lehrmethoden auseinandersetzt, gewonnen werden. Sowohl in ihrer Doktorarbeit als auch in verschieden Aus- und Weiterbildungen widmet sie sich dem Thema der Musikpädagogik, respektive der Orgelmethodik. Sie arbeitet als Lehrbeauftragte an der Hochschule Luzern sowie am Leopold Mozart Zentrum der Universität Augsburg.

In einem ersten theoretischen Teil im Pfarrsaal der Pfarrei Herz Jesu wurden Merkmale des instrumentalen Lernens sowie diverse Übemöglichkeiten vom „variablen Üben“ über das „vermischte Üben“ bis hin zum „differenziellen Üben“ vorgestellt. Am Nachmittag wurden die verschiedenen Übemöglichkeiten in einem zweiten praktischen Teil an der Orgel der Herz Jesu Kirche ausprobiert. Dabei wurde unter anderem auch getestet wie sich Informationen und Bilder im Kopf der einzelnen Organisten auf das Vorspiel am Instrument auswirken.

Es war ein überaus spannender und sehr informativer Workshop. Hochkonzentriert folgten 13 Teilnehmer den Ausführungen der Referentin und ließen sich dadurch zum Vertiefen der Thematik beim eigenen Üben anregen. Ein Workshop wie man sich ihn besser hätte nicht vorstellen können. Herzlichen Dank an Dr. Andrea Kumpe für den überaus gelungenen Workshop. Joachim Aßmann