Archivierter Artikel vom 19.11.2020, 15:40 Uhr
Koblenz

Verwachsen mit dem Stadtteil – 20 Jahre Stadtteilarbeit Goldgrube

Mit finanzieller Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz und der Stadt Koblenz konnte im September 2000 die Stadtteilarbeit in der Koblenzer Goldgrube in Trägerschaft des Caritasverbandes starten.

Die Stadtteilarbeit hat eine Brückenfunktion. So entwickelten sich mit ihrer Unterstützung bis heute vielfältige Aktivitäten, Initiativen und Veranstaltungen. Das Foto wurde vor der Corona-Pandemie aufgenommen.
Die Stadtteilarbeit hat eine Brückenfunktion. So entwickelten sich mit ihrer Unterstützung bis heute vielfältige Aktivitäten, Initiativen und Veranstaltungen. Das Foto wurde vor der Corona-Pandemie aufgenommen.
Foto: Caritasverband Koblenz

Zunächst stellte die Katholische Kirchengemeinde St. Franziskus einen Arbeitsplatz im Beratungsraum des Pfarrbüros zur Verfügung. Knapp vier Jahre später folgte der Umzug in das heutige Stadtteilbüro, ebenfalls im Gemeindezentrum in der Fröbelstraße. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist es durch den Einsatz vieler engagierter Menschen im Stadtteil und durch enge Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde St. Franziskus gelungen, gemeinsam den Weg von einem Pfarrzentrum zu einem Stadtteilzentrum zu bestreiten.

Die Stadtteilarbeit Goldgrube ist bestens vernetzt. Caritas-Mitarbeiterin Claudia Wickert arbeitet eng mit Bernd Kuhl von der Pfarrgemeinde St. Franziskus zusammen – auch in Zeiten der Corona-Pandemie.
Die Stadtteilarbeit Goldgrube ist bestens vernetzt. Caritas-Mitarbeiterin Claudia Wickert arbeitet eng mit Bernd Kuhl von der Pfarrgemeinde St. Franziskus zusammen – auch in Zeiten der Corona-Pandemie.
Foto: Caritasverband Koblenz

Zu Beginn war es ein vorrangiges Ziel, den vielen neuen Mitbürgern aus der ehemaligen Sowjetunion das Ankommen zu erleichtern und eine nachhaltige Integration zu erreichen. Sprach- und Konversationskurse waren wichtig und wurden gut angenommen. Von den 4500 Menschen in der Goldgrube haben heute knapp 40 Prozent eine Migrationsgeschichte. Insofern finden nach wie vor mehrsprachige Informationsveranstaltungen zu aktuellen Themen statt, um beispielsweise über das Wahlsystem bei Kommunalwahlen zu informieren.

Die Sozialberatung spielt bei der Stadtteilarbeit eine zentrale Rolle. Viele Bürger benötigen Unterstützung bei der Korrespondenz mit Behörden und anderen Institutionen sowie der Bewältigung von persönlichen oder familiären Herausforderungen. „Neben der individuellen Unterstützung ging und geht es auch heute noch darum, Begegnung im Stadtteilleben zu fördern“, sagt Diplom-Sozialarbeiterin Claudia Wickert, die seit drei Jahren als Ansprechpartnerin und Sprachrohr der Bewohner agiert. „Von dieser Vernetzung profitieren alle Akteure: Bewohner, Vereine, Institutionen und Kirchengemeinden.“ Gleichzeitig wird neben dem Zusammenleben auch die Identifikation mit dem eigenen Stadtteil gefördert.