Archivierter Artikel vom 04.11.2021, 08:10 Uhr
Koblenz

Umweltbildung online – digital durch die Pandemie

Normalerweise erwarten die Mitglieder des Fördervereins Waldökostation Remstecken beim Jahresrückblick Bilder der vielen Freiluftveranstaltungen, die über das Jahr auf der Waldökostation durchgeführt wurden.

Förderverein Waldökostation Remstecken

Förderverein Waldökostation Remstecken

Das Programm der Waldökostation Remstecken richtet sich sowohl an Kinder wie auch Erwachsene. Unter Anleitung von Diplom-Biologen Oliver Euskirchen kann zum Beispiel das Mikroskopieren gelernt werden.

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Schulkinder, die an der Wildschweinsuhle nach Spuren suchen, im Bach nach Kleintieren fischen, um sie (wortwörtlich) unter die Lupe zu nehmen oder eifrig Nistkästen zusammenschrauben. Lehrer, die sich fortbilden und die praktischen Möglichkeiten der Umwelterziehung kennenlernen. Studenten, die konzentriert an Mikroskopen arbeiten und Präparate begutachten. Bunte Gruppen, die bei geführten Pilzexkursionen durch den Stadtwald streifen oder am Abend den Geheimnissen der Fledermäuse auf die Spur kommen wollen.

All das war in den vergangenen anderthalb Jahren nicht möglich. Corona hat das praktische Gruppenerlebnis in und rund um die beliebte Umweltbildungseinrichtung der Stadt Koblenz verhindert. Und trotzdem kann Diplom-Biologe Oliver Euskirchen, Leiter der Waldökostation und Geschäftsführer des Fördervereins, Erfolge vermelden. „Der Fokus lag bisher auf dem unmittelbaren Naturerlebnis hier vor Ort. Die Pandemiezeit haben wir dazu genutzt, ein digitales Angebot zu schaffen, was nun ein weiteres Standbein der Station ist“, erklärt Euskirchen.

Genau hier kommt der Förderverein ins Spiel. Dank großzügiger Spenden konnte ein guter Grundstock an technischem Equipment angeschafft werden, dass die digitale Transformation überhaupt erst möglich gemacht hat. Damit ausgestattet wurden die Freiluftprogramme als Onlineformate aufbereitet, Workshops per Videokonferenz durchgeführt und themenspezifische Kurzfilme gedreht. Auf diese Weise waren Lehrerfortbildungen, Studienseminare und studentische Veranstaltungen möglich und ein wichtiges Anliegen der Bildungseinrichtung, nämlich die Schulung der sogenannten Multiplikatoren, konnte aufrechterhalten und sogar ausgebaut werden.

„Im Bereich der Erwachsenenbildung intensivierte sich die Zusammenarbeit mit anderen Bildungsträgern, wie zum Beispiel dem Pädagogischen Landesinstitut oder der Universität Koblenz. Und natürlich werden die digitalen Inhalte auch im schulischen Bereich immer wichtiger. Wir schaffen damit eine weitere Möglichkeit der Wissensvermittlung und erschließen zugleich auch neue Nutzergruppen, etwa weiter entfernte Schulen oder Kindergärten“, schildert Euskirchen die positiven Effekte der Digitalisierung. „Aber natürlich haben die Naturexkursionen mit den Kindern und Jugendlichen gefehlt. Das war und ist auch nicht digital aufzufangen. Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass die Führungen nun wieder stattfinden können.“ Und so hat die Pandemie auch etwas Gutes bewirkt. Die Waldökostation zieht weitere Kreise und der Förderverein blickt optimistisch in die Zukunft.