Archivierter Artikel vom 27.09.2018, 13:35 Uhr
Bendorf-Sayn

Musikalische Tafelfreuden von Telemann bis Händel

Ensemble „Musici di Sayn“ in der Abteikirche Bendorf-Sayn spielte zum Erntedank.

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Foto: E.T. Müller

Tafelmusik in einer Kirche, das macht Sinn, so Johannes Geffert in Bezug auf den bevorstehenden Erntedank. Wer sich im Barock ein eigenes Orchester leisten konnte und zu den Speisen Musik kredenzte, war, ob Fürst oder Erzbischof, ein gemachter Mann. Mit wissensreichen, humorvollen Anmerkungen führte Johannes Geffert durch den Nachmittag in der Abteikirche Bendorf-Sayn, zu dessen Eröffnung das Ensemble „Musici di Sayn“ mit der Trisonate in D-Dur TWV von Georg Philipp Telemann ein Stück des wohl berühmtesten Komponisten barocker Tafelmusik spielte. Während im Andante und Allegro der große Sommer nachklang, stimmte das Ensemble im melancholischen Grave herbstliche Töne an.

Auch für die Ohren eine Süßigkeit war das „Ohren-vergnügende und Gemüth-ergötzende Tafel-Confekt“ das der oberfränkische Priester Valentin Rathgeber von Kloster Banz 1737 als Dankeschön für seine freundliche Aufnahme und Beköstigung in Augsburg geschrieben hatte. Die früher am Hofe zur Nachspeise servierte Musik ließ die erst 17jährige Sopranistin Charlotte Komar zu einem wahren Ohrenschmaus werden.

Mit Georg Friedrich Händels Trisonate in F-Dur op. II, 2 entfalteten Ulrike Friedrich, Traversflöte, Geiger Robert Mang, Paul Nemonski am Violoncello und Johannes Geffert, Cembalo, barocken Glanz.

Mit zwei Stücken aus Dietrich Buxtehudes Oratorium „Das jüngste Gericht“ setzten die Musiker einen spirituellen Akzent. Wunderbar gestaltete Charlotte Komar die beiden allegorischen Figuren der bösen und der guten Seele in den Arien „O frölige Zeit“ und „Süßer Jesu du“. Sicher wird man noch mehr von der jungen Sängerin hören. Mit den vier Sätzen des Quartetts in E-Moll TWV 43:e2 von Georg Philipp Telemann fand das offizielle Konzert sein Ende, jedoch nicht seinen musikalischen Abschluss. Denn ohne Zugabe, wiederum aus dem Oeuvre Telemanns, ließen die begeisterten Zuschauer ihre Musici nicht gehen.

Da leibliche Genüsse einfach zur Tafelmusik gehören, waren alle im Anschluss zu einem Glas Wein und etwas Konfekt in den Kreuzgang eingeladen.

Freunde des Ensembles „Musici di Sayn“ sollten sich den Silvestertag vormerken und möglichst früh Eintrittskarten sichern. Dann werden am Montag, 31. Dezember, in der Abteikirche Bendorf-Sayn Werke von Vivaldi, Händel und Telemann zu hören sein. Eintrittskarten zu 12 Euro gibt es ab dem 1. Dezember im „Notengarten“ von Andernach, Breite Straße 102, Telefon 02632/304 66.