Archivierter Artikel vom 25.04.2019, 16:09 Uhr
Koblenz

Mitgliederzahlen steigen und damit auch die Arbeit

Der Alpenverein dankte auf der Versammlung der ausgeschiedenen Führungskräften und es gibt noch vakante Posten.

Langjährige Mitglieder des Alpenvereins mit dem DAV-Vorsitzenden Norbert Dötsch (vierter vorne links) und seinem Stellvertreter Klaus Roos (zweite Reihe rechts).
Langjährige Mitglieder des Alpenvereins mit dem DAV-Vorsitzenden Norbert Dötsch (vierter vorne links) und seinem Stellvertreter Klaus Roos (zweite Reihe rechts).
Foto: Michael Schaust

Wenn die Mitgliederzahlen über Jahre kontinuierlich steigen, freut das jeden Verein. Das gilt auch für die Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) Koblenz. 5874 Bergfreunde zählt die Sektion (Stand Ende März), die im gesamten nördlichen Rheinland-Pfalz vertreten ist. Doch das Wachstum bringt auch zusätzliche Belastungen mit sich, vor allem auf den Vorstand kommt viel mehr Arbeit zu. Belastungen für die Ehrenamtlichen steigen, und Amtsinhaber legen auch deshalb ihre Posten nieder. Während die bereits kommissarisch eingesetzten Jutta Schmitt (Ausbildung) und Joachim Jakobi (Finanzen) auf der Jahreshauptversammlung von den anwesenden Mitgliedern gewählt wurden, bleibt der Schriftführerposten im Koblenzer DAV weiter vakant. Das gilt auch für einige, unterhalb der Führungsriege angesiedelte Stellen.

Vorsitzender Norbert Dötsch verwies auf das Jubiläum 150 Jahre DAV. Heute sei der Alpenverein mit rund 1,3 Millionen Mitgliedern der fünftgrößte Sport- und der größte Naturschutzverband Deutschlands. Der Alpenverein müsse aber mit der Zeit gehen und komme an einer Digitalisierung nicht vorbei. Nur so könnten Kommunikation und Verwaltung in einem wachsenden Netzwerk von 356 Sektionen effizient ablaufen. Die Mehrheit habe sich auf der Hauptversammlung für die große IT-Lösung ausgesprochen. Das heißt: Innerhalb der nächsten vier Jahre soll der DAV verbandsweit digital aufgerüstet sein. Neun Millionen Euro werden dafür bereitgestellt. Das Vereinsblatt der Koblenzer Sektion, die Bergpostille, soll auch digital angeboten werden. Hierzu erfolgt eine Abfrage der Mitglieder per E-Mail. Sie werde aber jedenfalls in Papierform gedruckt, so Dötsch. Die Hauptversammlung habe sich zudem für eine kritische Position des DAV zu E-Mountainbike entschieden. Ein solches Treffen wird im November 2020 nach 1911 zum zweiten Mal in Koblenz stattfinden. Das Treffen, sieben Jahre nach der Sektionsgründung, ging als 28. Auflage des Deutschen wie österreichischen Alpenvereins in der Rhein-Mosel-Stadt über die Bühne – bei einer Sektionsgröße von nur rund 100 Mitgliedern. 165 Sektionen mit knapp 450 auswärtigen Vertretern waren damals der Einladung nach Koblenz gefolgt.

Dötsch lobte die ausgeschiedenen Führungskräfte sowie alle Mitwirkende für die hervorragende Arbeit, die sie für die Sektion geleistet hätten und hieß die Neuen willkommen: „Ohne die Ehrenamtlichen kann unsere Sektion nicht bestehen.“ Die Vereinschronik haben dankenswerterweise Klaus Roos und Udo Schmidt kürzlich bis 2012 überarbeitet. Sie wird zeitnah bis 2020 fortgeschrieben. Die seit Januar 2018 bestehende Inklusionsklettergruppe habe sich in Kooperation mit dem Kanditurm Andernach weiter fest etabliert. Acht bis 13 Kinder und Jugendliche nehmen regelmäßig teil. Dötsch: „Da auch Einzelbetreuungen nötig sind, werden noch Sicherungspaten gesucht. Es ist schön mit anzusehen, wie die anfänglichen Ängste überwunden werden und die Teilnehmer mit Recht stolz sind, wenn sie es bis zur Decke schaffen.“ Zum Projekt „Koblenzer Kletterhalle“ teilte der DAV-Chef mit: „Der Investor baut an diesem Standort ein Bürogebäude. Deshalb haben wir die auf Eis gelegten Planungen für die Neugestaltung unserer Koblenzer Hütte in Ehrenbreitstein wieder aufgenommen. Wir haben im Budget die schon mal genehmigten und noch nicht abgerufenen 10.000 Euro Planungskosten eingerechnet, um Planungen abzuschließen und eine Bauvoranfrage einzureichen.“

Dötsch hatte bei den vorgeschalteten Ehrungen von Mitgliedern vor allem die 50 Jahre DAV-Treue von Thomas Leininger (Pillig), ehemals Vorsitzender der Sektion, sowie die 60 Jahre von Paul Laschewsky (Koblenz) hervorgehoben. Die DAV-Spitze hat Paul Pütz für die Verleihung der städtischen Sportehrennadel 2019 vorgeschlagen. Er ist seit 2003 in der Sektion als Ausbilder tätig – neben Übungsleiter B Hochtouren auch der erste Trainer B Klettersteig. Als Stützpfeiler des Ausbildungsreferats leistet er viele Ausbildungsstunden und bietet jährlich auch Kurse für Hochtouren und Klettersteige in den Alpen an. Vorher war er schon als Ausbilder in der Sektion Günzburg tätig. Die Ehrennadel wird er von OB David Langner erhalten.

Der Jugendreferent Oliver Gonzáles zog ebenso eine positive Bilanz. Beim Training montags und mittwochs seien die Gruppen voll ausgelastet. „Die erste Jugendversammlung der Sektion im Rahmen einer Bouldernacht ist erfolgreich abgelaufen. Endlich besitzt der Nachwuchs eine Möglichkeit, seine Wünsche und seinen Einfluss demokratisch direkt zu äußern.“ 2018 haben junge DAV-Athleten mit Bravour an vielen regionalen bis internationalen Wettkämpfen unterschiedlichster Art teilgenommen.

Nachdem die Kassenprüfer Schatzmeister Jakobi eine einwandfreie Buchführung für 2018 bescheinigt hatten, erfolgte die Entlastung des Vorstandes einstimmig. So wurde auch mit dem Haushaltsvoranschlag 2019 verfahren. Es ergibt sich zwar ein Minus von 240.685 Euro. Der Verlust ist aber der Verrechnung mit dem verfrühten Beitragseinzug geschuldet. Ohne dies erfolgt der Abschluss mit einem Gewinn von 16.504 Euro. Investiert wird auch in die Vereinshütte in Koblenz-Ehrenbreitstein (Heizung, Schrank und Planung für Neubau Geschäftsstelle).

Mitgliederehrung

  • 25 Jahre: Ralph Emmerich, Frowin Erb, Angela Grütter, Rolf Hasselmann, Olaf Höhner, Marie-Luise Lieser, Rolf Schröder und Rainer Vogel (alle Koblenz), Ute Niekerken (Bassenheim), Werner Haupt (Löf) sowie Edgar und Lars Dott (Urbar),
  • 40 Jahre: Heinz Ningel, Roslinde Ningel und Gabriele Alsbach (alle Koblenz), Christoph Schlich (Bassenheim) sowie Volker Schulz (Brey),
  • 60 Jahre: Paul Laschewsky (Koblenz).

Bericht von: Michael Schaust