Pfaffendorf

Mit musikalischen Kostbarkeiten den Advent eröffnet

Bereits zum 25. Mal hatte die evangelische Kirchengemeinde Koblenz-Pfaffendorf zu ihrem Adventskonzert eingeladen, Grund genug für einen Rückblick, den Pfarrer Peter Stursberg auf den Beginn der von Thomas Schwarz betreuten Konzertreihe warf.

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Dem festlichen Anlass des Jubiläums entsprach die hochrangige Besetzung: Mit Julie Grutzka wurde eine junge Sopranistin gewonnen, die über eine warm timbrierte Stimme verfügt und die selbst in den anspruchsvollen Koloraturen sowohl des Gloria Patri von Domenico Cimarosa als auch in Johann Sebastian Bachs „Jauchzet Gott in allen Landen“ mühelos die Instrumentalsolisten überstrahlt. Diesen virtuosen Werken stellte sie das meditative „En Prière“ von Gabriel Fauré und die Vertonung von „Maria durch ein Dornwald ging“ von Siegfried Strohbach eindringlich dargeboten gegenüber.

Stephanie Lichtmeß begeisterte im ausdrucksstarken zweiten und im virtuosen dritten Satz des Violinkonzerts E-dur von Johann Sebastian Bach sowie vor allem im ersten Satz der Violinsonate F-dur von Felix Mendelssohn mit ihrem pulsierenden, drängendem Thema. Hierin konnte sie die ganze Bandbreite ihres technischen Könnens zeigen und steigerte sich, von Thomas Schwarz am Klavier stets umsichtig begleitet, vom feinsten Piano bis zum prachtvollen Fortissimo.

Vilhjalmur Sigridarson überraschte das Publikum mit dem klangschönen Adagio von Giulio Cesare Rubino und dem hierzu kontrastierenden scherzoartigen Gnomentanz von David Popper, dessen mitreißenden rhythmischen Ecken und Kanten er ebenso gekonnt umsetzte wie die – sich mit dem Klavier abwechselnden – Läufe.

Klaus Büschler brillierte nicht nur bei den im Ensemble aufgeführten Arien von Cimarosa und Bach mit ihren schwerelos bewältigten Koloraturen sondern bestach auch in Alessandro Besozzis erfrischender Sonate D-dur, vor allem im lebhaften Finalsatz. Gemeinsam mit Stephanie Lichtmeß, Vilhjalmur Sigridarson und Thomas Schwarz führte er zwei Sätze aus der Serenade Nr. 10 von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Während im langsamen Satz die Kantilenen der Oboe aufblühen konnten, bestachen die kunstvollen Läufe der Oboe und Violine im Allegro-Finale und ernteten begeisterten Applaus.

Thomas Schwarz, der sämtliche Mitwirkende einfühlsam begleitete, ergänzte das Programm passend mit Alexandre Guilmants Paraphrase über „Tochter Zion“ und dem Weihnachtskonzert von Arcangelo Corelli. Dabei ließ er die warmen, streicherartigen Klagfarben der Orgel voll zur Entfaltung kommen.

Für den frenetischen Applaus des Publikums in der bis auf den letzten Platz gefüllten evangelischen Kirche bedankten sich alle Mitwirkenden mit dem Halleluja aus der Kantate BWV 51 von Johann Sebastian Bach und fassten mit der bravourösen Interpretation das hohe Niveau des Konzerts nochmals zusammen.

Die Konzertreihe wird fortgesetzt mit dem Neujahrskonzert am Sonntag, 13. Januar 2019, 16 Uhr. Solisten sind Ursula Targler-Sell (Sopran), Klaus Büschler (Oboe), Robert Mang (Violine) und Thomas Schwarz (Klavier, Orgel).