Archivierter Artikel vom 07.09.2018, 15:44 Uhr
Koblenz

Krebsdiagnose und Kinderwunsch müssen kein Widerspruch sein

Frauenklinik des Kemperhofs und zertifiziertes Brustzentrum machen Patientinnen Mut.

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Foto: Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein

Erst die Diagnose Gebärmutterhalskrebs, dann die Angst, dass der eigene Kinderwunsch nie wahr werden kann. Dass jungen Frauen in dieser belastenden Lebenssituation geholfen werden kann, betonte Prof. Dr. Christhardt Köhler, Chefarzt aus der Asklepios Klinik Altona in Hamburg. Er war einer von sechs Referenten beim sechsten Kemperhof-Symposium „Senologie & Gynäkologische Onkologie“ der Frauenklinik und des zertifizierten Brustzentrums Kemperhof Koblenz & St. Elisabeth Mayen. Mehr als 70 Teilnehmer waren der Einladung von Dr. Arno Franzen, Chefarzt der Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Kemperhof, und seinem Team gefolgt.

Dr. Sebastian Friederichs, Leitender Oberarzt im Kemperhof, verdeutlichte anhand zahlreicher Bilder und praktischer Beispiele die Früherkennung von Krebsvorstufen. „Wir alle müssen daran arbeiten, dass Patientinnen ihre Probleme ansprechen. Sie aktiv zu fragen, ist wichtig, denn die Früherkennung ermöglicht uns, den Krebs zu besiegen“, so Friederichs, der im Kemperhof eine zertifizierte Dysplasie-Sprechstunde anbietet. Die Dysplasie-Sprechstunde ist eine Spezialsprechstunde für Frauen mit Haut- und Schleimhautveränderungen des äußeren und inneren Genitale, insbesondere zur Abklärung unklarer Befunde an Gebärmutterhals, Scheide und Schamlippen. Ferner können im Rahmen dieser Sprechstunde chronische Infektionen und Hautveränderungen im Bereich des Genitale abgeklärt werden.

Prof. Dr. Volker Möbus, Chefarzt der Frauenklinik, Klinikum Frankfurt-Höchst, stellte die immer individualisierter werdende Therapie bei Brustkrebs vor. „Einerseits können immer sicherer Frauen identifiziert werden, bei denen auf eine Chemotherapie verzichtet werden kann. Andererseits profitieren andere Patientinnen von dosisdichteren und längeren Therapien“, so Möbus.

Dr. Toni Vomweg, Radiologisches Institut von Essen, und Dr. Jochen Schenk, Radiologisches Institut Hohenzollernstraße, schildern als programmverantwortliche Ärzte des Mammographiescreening-Mittelrhein ihre Erfahrungen aus mehr als zehn Jahren Screeningprogramm in Koblenz. „Die entdeckten Tumoren werden in einem immer kleineren Stadium entdeckt. Damit steigt die Chance auf eine endgültige Heilung“, so die beiden. Auch Kritikpunkte am bundesweiten Screeningprogramm wurden angesprochen, diese betreffen meist die für Deutschland noch ausstehenden Langzeitüberlebensdaten. Diese liegen für andere Länder schon vor und werden für Deutschland wegen des späteren Starts in den kommenden Jahren erwartet.

Zum Abschluss stellten Chefarzt Dr. Arno Franzen und Dr. Stephanie Christoffel, Oberärztin der Frauenklinik am Kemperhof, aktuellste Daten und die Forschung für die Praxis vom weltgrößten Krebskongress ASCO aus Chicago vor.

Ziehen für die Patientinnen der Region an einem Strang: Die Referenten des 6. sechsten Kemperhof-Symposium „Senologie & Gynäkologische Onkologie“.