Koblenz

Gründungstreffen der Kulturfrauen Koblenz

Das 'Theater am Ehrenbreitstein' kommt zu den Kulturfrauen.
Das 'Theater am Ehrenbreitstein' kommt zu den Kulturfrauen. Foto: Petra Lötschert/Kultursalon Koblenz

Koblenz zählt auf Frauen-Power.

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Dazu lud die Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz die Kulturfrauen rund um Koblenz ins Museum zu Prof. Dr. Beate Reifenscheid ein. Der Frauentag stand unter einem guten Stern, der vorausgesagte Regen blieb einfach aus. Schon um 11 Uhr war der Empfangssaal voll. Eine gute Energie füllte den Museumsraum im ersten Stock. Das Treffen der Kulturfrauen Koblenz bot Programm. Sogar vier Herren waren erschienen, darunter Thomas Preußer, Leiter des Kulturamtes Koblenz, der hin und wieder aus Dokumentationsgründen zur Kamera griff.

Das 'Theater am Ehrenbreitstein' kommt zu den Kulturfrauen.

Petra Lötschert/Kultursalon Koblenz

Kulturfrauen diskutieren – hier mit P. Lötschert, links, Kunsthistorikerin S. Leu, Mitte, Dr. Theis-Scholz, rechts.

Petra Lötschert/Kultursalon Koblenz

Das Foto zeigt Dr. Margit Theis-Scholz.

Petra Lötschert/Kultursalon Koblenz

Das Foto zeigt Flötistin E. Ciupka von der Rheinischen Philharmonie.

Petra Lötschert/Kultursalon Koblenz

Das Foto zeigt Eva Aepplis „Bella“.

Petra Lötschert/Kultursalon Koblenz

Dr. Margit Theis-Scholz hatte die Gleichberechtigung und Würde der Frau im Visier. Und startete nach einem Präludium der Flötistin Eleonore Ciupka vom Staatsorchester Rheinische Philharmonie mit einer faktenreichen Rede. Danach präsentierte Annika Woyda vom 'Theater am Ehrenbreitstein' eine Sonderperformance aus dem neu erstellten Stück „Und da kam Mirna.“ Hier geht es um junge alleinerziehende Mütter zwischen Pflichten und Träumen, zwischen Klimawandel und Google-Allmacht. Das 'Theater am Ehrenbreitstein' bringt Literatur überall hin – auch ins Museum.

Seit 1994 beobachtet der Deutsche Kulturrat die Frauensituation im Bereich Kultur und Medien. 2016 wurde dazu eine knapp 500 Seiten umfassende Studie veröffentlicht mit dem Ergebnis, dass hier von einer Geschlechtergerechtigkeit noch nicht die Rede sein kann. Um dem Wort Gleichberechtigung nahe zu kommen, wurde das Projektbüro „Frauen in Kultur & Medien“ im Juli 2017 gegründet.

Dr. Theis-Scholz informiert über die Frauenlage in der Nation und über Maßnahmen des Kulturministeriums. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die oben genannte Studie betreut – danach sind Frauen in der Kultur- und Medienbranche unterpräsentiert – in Jurys, Gremien, Chefetagen. 80 Prozent aller Bühnen-Intendanten und 98 Prozent aller Chefredakteure sind nach der Studie deutschlandweit Männer. Hahn im Korb. Auf dem Kunstmarkt und bei der Verteilung von Fördergeldern geht es nicht anders zu. Auch im Bereich des Journalismus, der Kunst verdienen Männer durchschnittlich 24 Prozent mehr als ihre Kolleginnen. Kollegial ist das nicht. Bei Freiberuflern verdienen Männer im Schnitt sogar ein Drittel mehr. Frauen müssen sich besser „verkaufen“, für faire Bezahlung und Aufstiegschancen kämpfen lernen, Hilfe erfahren für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch an Seniorinnen wird gedacht „Von 0 auf 100 – Älterwerden als Kulturschaffende“ ist als Dossier bereits erschienen.

Die Kulturstaatsministerin bietet dieser frauenfeindlichen Entwicklung die Stirn, in dem von ihr gegründeten Projektbüro werden regelmäßig Daten erhoben, Frauen-Förderpreise, paritätische Jury-Besetzungen und Mentoring-Programme zum Laufen gebracht. Und sie rät den Frauen, sich vor Ort zu vernetzen, zu verbünden – enger zusammenzurücken, wenn es um die Behauptung in der Kulturarbeit geht. Nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stärker.

Dr. Beate Reifenscheid und die Kulturhistorikerin des Ludwig Museums, Suzana Leu, begleiten die Kulturfrauen abschließend zu zwei Kunstwerken. Zu Eva Aepplis „Bella“ aus dem Jahr 1976. Eine Seniorin, die ihr Leben gelebt und einiges bewirkt hat, sie ist innerlich schön – und zu Anne und Patrick Poiriers Environment „Die Geburt des Pegasus“ von 1988 aus der Serie Medusa. Ein Künstlerpaar, das nie ohne den anderen arbeitete, wo keiner sich über den anderen stellte. Hier herrschte der gegenseitige Respekt über jegliche Zusammenarbeit. Echtes Teamwork.

Dr. Theis-Scholz hat den 8. März zum Symboltag erklärt, um die Frauen in der Koblenzer Kultur zu bündeln. Die Koblenzer Kulturfrau Dr. Theis-Scholz beendet ihre Rede mit einem interessanten Zitat von der US-Außenministerin Madeleine Albright „Wenn wir all das beherzigen, landen wir auch nicht in der Hölle, denn dort gibt es einen besonderen Platz für alle Frauen, die andere Frauen nicht unterstützen.“

Kulturfrau Dr. Theis-Scholz bietet den Frauen sozusagen ein Forum an, aus dem sich neue Ideen und Anregungen ergeben, die auch die Kulturmänner überzeugen – und die miteinander, sprich gemeinsam, umgesetzt werden können. Das Treffen der Kulturfrauen Koblenz ist ein Baustein dazu.

Bericht von: Petra Lötschert