Archivierter Artikel vom 11.09.2018, 11:23 Uhr
Koblenz

Freundschaften mit Schülern aus Südfrankreich knüpfen

Eine Delegation der Julius-Wegeler-Schule erfuhr viel Interessantes über den Alltag am Lycée de la Mer Paul Bousquet in Sète.

„Se lier en amitié“ (Freundschaften knüpfen), unter diesem Motto fanden 24 junge Erwachsene der Julius-Wegeler-Schule sowie ihrer südfranzösischen Partnerschule, dem Lycée de la Mer Paul Bousquet (Sète), zusammen. Nach einem aufregenden ersten Besuch der französischen Schüler sowie ihrer begleitenden Lehrerinnen im April in Koblenz machten sich die zwölf Schüler der Julius-Wegeler-Schule mit Ihren Lehrerinnen Cornelia Heimberger, Julia Gemmer und Hildegard Naber im Sommer auf nach Sète, um dort eine Woche lang in den französischen Alltag einzutauchen.

Bereits durch die Kennenlernbriefe, die die Austauschpartner füreinander zu Beginn des Jahres verfasst hatten, wurde klar, dass das Lycée de la Mer Paul Bousquet keine berufsbildende Schule wie jede andere ist, sondern sich auf die Aus- und Weiterbildung im maritimen Bereich spezialisiert hat. So schrieben die französischen Schüler etwa, dass sie Hochseekapitän, Meeresbiologe oder Austernzüchter werden wollten, also Berufe, mit denen die Schüler der Julius-Wegeler-Schule bisher kaum bis keine Berührungspunkte hatten. Grund genug also in den Flieger nach Montpellier zu steigen, um Schule und Ausbildung vor Ort genauer unter die Lupe zu nehmen.

Pünktlich mit Ankunft in Sète stellte sich in Südfrankreich der Hochsommer mit strahlend blauem Himmel und Temperaturen über 30°C ein. Der überaus herzliche Empfang am Flughafen von Montpellier ließ alle Sorgen darüber, ob die sprachlichen Fähigkeiten wohl ausreichen würden, mit einem Mal verfliegen.

Gleich am ersten Morgen lernten die Schüler der Julius-Wegeler-Schule das Lycée de la Mer Paul Bousquet kennen. Ein erster Höhepunkt dabei bildete die Fahrt zu den Austernbänken. Dort wurden die Schüler zunächst fachmännisch über das Austern-Züchten informiert und durften dann sogar selbst Hand anlegen. Am Nachmittag ging es in das touristisch geprägte Cap d’Agde, wo ein zu Forschungszwecken umfunktionierter Katamaran bereits auf seine Gäste wartete. An Bord fanden sich zahlreiche Möglichkeiten, die Fauna und Flora des Mittelmeers zu entdecken.

Am zweiten Tag wurde es im wahrsten Sinne des Wortes sportlich. Nach einer interessanten Stadtführung auf „sétois“, dem in Sète gesprochenen Dialekt, der selbst für die Lehrerinnen zu einer Herausforderung wurde, verbrachte die deutsch-französische Gruppe einen Nachmittag mit Beachvolleyball, Schwimmen und lockeren Gesprächen am Strand.

Der dritte Tag stand ganz im Zeichen der Kultur Südfrankreichs. Früh morgens ging es auf nach Aigues-Mortes. Dort wurde zunächst eine Saline besichtigt, wo die traditionelle Meersalzgewinnung demonstriert wurde. Die Schüler der Julius-Wegeler-Schule staunten nicht schlecht, als sie in einem Kleinbahnzug an tausenden rosafarbenen Flamingos vorbei durch das weitläufige Land der Camargue fuhren. Ein Abstecher in das malerische Städtchen Aigues-Mortes, das bis heute von einer vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer umgeben ist, durfte an diesem Tag natürlich nicht fehlen. Nachmittags ging es dann zurück nach Sète, wo die Vorbereitungen auf das in ganz Frankreich an diesem Abend stattfindende „Fête de la Musique“ bereits in vollem Gang waren. Bei landestypischem Essen und guter Musik genossen die Gäste aus Koblenz ihren letzten Abend unter Freunden. Zum Abschluss trafen sie sich wie in den Tagen zuvor noch einmal in großer Runde am Strand. „Der letzte Abend war super schön und ein würdiger Abschluss für die kurze, aber intensive Begegnung“, meinte eine Schülerin. „Ich werde die unterschiedlichen Aktivitäten, die herzlichen Menschen, die vielen interessanten Gespräche und die ausgelassene Stimmung definitiv nicht vergessen.“

Dass sich im Laufe der Zeit echte deutsch-französische Freundschaften gebildet hatten, wurde spätestens am Tag des Rückflugs deutlich. „Am Flughafen stand uns allen die Trauer über den baldigen Abschied ins Gesicht geschrieben, wenngleich wir noch immer lachten. Als es dann wirklich losging, flossen die Tränen und es fiel uns allen sichtlich schwer, ‚au revoir‘ zu sagen“, meinte ein Schüler. „Wir sind fest entschlossen, uns im nächsten Jahr wiederzusehen.“

Nachdem der Austausch zwischen der Julius-Wegeler-Schule (Koblenz) und dem Lycée de la Mer Paul Bousquet (Sète) im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde, erfreut sich das Projekt stetig wachsender Beliebtheit und wird mit Sicherheit weitergeführt. Ein besonderer Dank der Schüler und deren begleitenden Lehrerinnen gilt dem Deutsch-Französischen Jugendwerk für die großzügige finanzielle Unterstützung.