Archivierter Artikel vom 14.05.2018, 15:27 Uhr
Koblenz

Ein Stück Heimat in der Fremde

Muttersprachlicher Unterricht organisiert von der Flüchtlingshilfe des Malteser Hilfsdienstes.

In der vergangenen Woche war Premiere: Acht Kinder und Jugendliche, die aus ihrer umkämpften Heimat fliehen mussten, trafen sich zum ersten Mal mit ihrem Arabischlehrer. Khalid Almatar, selbst vor zwei Jahren aus Syrien geflohen, hat in seiner Heimat bereits Schülern Sprachunterricht erteilt, einen Abschluss als Sprachenlehrer erworben und großes Geschick im Umgang mit Kindern und Jugendlichen bewiesen. Er selbst spricht mittlerweile sehr gut Deutsch, lernt diese Fremdsprache weiter und hofft bald auf eine Anstellung, damit er seinen Lebensunterhalt selbst verdienen kann.

Seine freie Zeit am Samstag nutzt er, um ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe des Malteser Hilfsdienstes aktiv zu sein. Für die Koordinatorinnen Sabine Brunke und Irene Wehlen-Schüßler ein Glücksgriff. Schon oft wurde das Anliegen an sie herangetragen muttersprachlichen Unterricht zu organisieren. Bisher scheiterte es an qualifizierten ehrenamtlichen Mitarbeitern oder an geeigneten Räumlichkeiten. „Das Bedürfnis die Sprache des Heimatlandes in Wort und Schrift weiterzugeben ist bei vielen Flüchtlingsfamilien groß. Nicht zuletzt deshalb, weil viele hoffen irgendwann in ihre befriedete Heimat zurückkehren zu können,“ so Sabine Brunke.

Die Teilnehmer waren schnell gefunden. Nachdem die katholische Pfarrgemeinde Maria Himmelfahrt auf dem Asterstein ihr Einverständnis gegeben hatte, einen Raum des alten Pfarrbüros für diesen Zweck nutzen zu dürfen, ging alles ganz schnell. Erste Umräumarbeiten begannen, die erste Lektion wurde erteilt und bald werden die Eltern der unterrichteten Kinder beim Renovieren und Instandhalten der Räume helfen.

Zeitgleich beginnt ein ähnliches Projekt an der Balthasar-Neumann-Grundschule. Eine ebenfalls aus Syrien stammende Lehrerin, Mutter einer Schülerin, bietet Arabischunterricht für die dortigen Grundschüler im Anschluss an den Unterricht an. Beide Arabischlehrer bleiben so ihrem Metier treu, sammeln weitere Erfahrungen, kommen in den Austausch mit den Schulen, mit anderen Ehrenamtlichen und gehen so einen weiteren Schritt der Integration in unsere Gesellschaft.