Archivierter Artikel vom 09.05.2018, 13:22 Uhr
Vallendar

Die Waldbaumodelle des Vallendarer Hinterwalds erläutert

Die Mitglieder des Vallendarer Stadtrates waren auf Waldbegang mit Förster Kern.

Foto: Stadt Vallendar

Am 13. April trafen sich Mitglieder des Vallendarer Stadtrates unter Leitung von Stadtbürgermeister Gerd Jung mit dem städtischen Förster Achim Kern zum jährlichen Waldbegang. Auch Carmen Barth als neue Leiterin des Forstamtes Koblenz freute sich über die Gelegenheit, den Stadtwald Vallendar und Mitglieder des Stadtrates näher kennen zu lernen. Erfreulicherweise war auch ihr Vorgänger Eberhard Glatz der Einladung gefolgt und zeigte trotz Ruhestand seine Verbundenheit mit dem Vallendarer Wald und seinen Vertretern.

Ziel des Waldbegangs war einmal mehr der Vallendarer Hinterwald, geprägt von einem für Vallendarer Verhältnisse hohen Anteil der Baumart Fichte und nährstoffarmer Böden. Förster Kern erläuterte an direkt nebeneinander liegenden, gleichaltrigen Beständen von Fichte und Eiche die unterschiedlichen Konditionen und Konsequenzen der beiden „Waldbaumodelle“ Nadelholz und Laubholz: Die früh finanzielle Erträge und eine hohe Holzmenge liefernde, aber mit hohen Risiken (Sturmwurf, Borkenkäfer, Klimawandel) verbundene Fichte stellte er der ökologisch wertvolleren, risikoärmeren, aber auch ertragsschwächeren Eiche gegenüber.

Sein Fazit: Beide Modelle haben ihre Daseinsberechtigung und es läge in der Hand des Waldbesitzers, sich mehr für das eine oder andere Waldbaumodell zu entscheiden. Er warnte jedoch davor, alles „auf eine Karte zu setzen“, denn forstwirtschaftliche Fehlentscheidungen könnten im Unterschied zur Landwirtschaft nur langfristig korrigiert werden.

Am Beispiel eines sogenannten „Voranbaus“ mit verschiedenen Laubholzarten erklärte er den anwesenden Vertretern des Stadtrates den langfristigen Umbau eines Fichtenreinbestandes zu einem Mischwald. Daneben konnte er Versuchsanbauten von Edelkastanie und Weißtanne vorzeigen, Baumarten, die im Vallendarer Wald zukünftig in Hinblick auf Klimaänderungen häufiger angebaut werden sollen.

Die Besuchergruppe ging mit Förster Kern schließlich durch Buchen- und Fichtenalthölzer, dort wurde auf die ökologische Bedeutung alter und auch bereits abgestorbener Bäume hingewiesen und anhand zahlreicher Specht-Höhlen auch sichtbar.

Mit der Beantwortung zahlreicher Fragen zu Wald und Forstwirtschaft in Vallendar konnte Förster Kern die Wissbegierde der Mitglieder des Stadtrates stillen, dabei unterstütze ihn Frau Barth als örtlich zuständige Forstamtsleiterin mit Beispielen von anderen Waldbesitzern im Forstamt Koblenz.

Nach einer schönen Wanderung endete der Waldbegang am Ausgangspunkt und Bürgermeister Gerd Jung bedankte sich im Namen aller Teilnehmer bei den anwesenden Forstleuten für die interessante und lehrreiche Führung durch den Vallendarer Hinterwald.