Archivierter Artikel vom 25.10.2021, 16:26 Uhr
Kobelnz

Delegiertenversammlung beim AKK

Knapp vorbeigerutscht an der beginnenden Pandemie war die Koblenzer Karnevalssession 2020 – kurz nach Aschermittwoch verbreitete sich das Virus damals auch in der Region Koblenz.

Präsident Christian Johann (Mitte) bedankt sich bei dem scheidenden Geschäftsführer des Vereins, Uwe Hartmann (rechts) und begrüßt den frisch gewählten Dr. Dieter Creutzfeld.
Präsident Christian Johann (Mitte) bedankt sich bei dem scheidenden Geschäftsführer des Vereins, Uwe Hartmann (rechts) und begrüßt den frisch gewählten Dr. Dieter Creutzfeld.
Foto: AKK

Trotzdem hatte Corona auch für die 43 Koblenzer Karnevalsvereine, die sich in der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK) zusammengeschlossen haben, massive Auswirkungen. Diese wurden jetzt bei der Delegiertenversammlung aufgearbeitet, die zunächst wegen der Coronaauflagen zweimal verschoben werden musste und nun, ebenfalls auflagenbedingt, in der Wache Nord der Koblenzer Feuerwehr statt traditionell im Soldatenheim auf der Horchheimer Höhe stattfand.

76 Delegierte aus 30 der 43 angeschlossenen Karnevalsvereine konnte AKK-Präsident Christian Johann in der Feuerwache in der Rudolf-Diesel Straße begrüßen. Er erläuterte das ungewohnte Vorgehen mit den erforderlichen Regularien und erklärte, warum man sich schon am 28. Oktober zur nächsten Delegiertenversammlung treffen muss: „Heute geht es um die Vergangenheit und hoffentlich um einen Zeitraum, den wir nie wieder so erleben müssen. Am 28. geht es um die Zukunft. Darum, wie ein Neustart der Tradition Karneval, die uns so am Herzen liegt, erfolgen kann“, so Präsident Johann.

Nach der Ehrung der Verstorbenen und dem Genehmigen der Tagesordnung wurde dann beim Verlesen des Protokolls der vergangenen Sitzung durch Hermann-Josef „Jupp“ Bretz schnell deutlich, wie lange die Zwangspause für die Karnevalisten dauerte – war doch zum Zeitpunkt der vergangenen turnusmäßigen Versammlung (29. Oktober 2019) so etwas wie das Coronavirus für die meisten noch gar nicht vorstellbar. So war natürlich eine „ganz normale Session“ geplant, die Vorstellung der Tollitäten Marco und Kim war schon erfolgt und „die Session konnte ja auch inklusive Rosenmontagszug gerade noch so erfolgen, bevor die Pandemie zuschlug“, so Jupp Bretz.

„Herzlichen Dank für diese ganz tolle und sehr emotionale Session“, wendete sich Präsident Christian Johann dann nochmals ausdrücklich an Prinz Marco Geisen, Confluentia Kim Oellig, Hofma(ma)rschall Verena Müller-Dötsch und das komplette Team der KG Funken Rot-Weiß-Gold Metternich und ergänzte dann: „Leider war schon Tage nach Aschermittwoch vielen klar: jetzt wird etwas gewaltig anders!“ Anders waren für die AKK und die 43 Mitgliedsvereine „ungewöhnliche Formen des Karnevals mit Online-Sitzungen, Videorückblicken und Unterstützerpaketen. Das hat aber die Tradition aufrecht gehalten und ein wenig Spaß und Ablenkung in einer Zeit vermittelt, in der es vielen ganz anders zu Mute war“, so Johann.

Besonders in Erinnerung geblieben ist dem Präsidenten dabei die Aktion für Grundschulkinder „Kamelle für unsere Pänz“. Dabei konnten die Kinder Bilder und Bastelarbeiten zum Thema einreichen. Besonders „gefordert“ war die Jury beim Bild eines Kamels im Wüstensand – bis klar wurde, dass der kleine Künstler wohl dachte, im Motto sei in „Kamelle“ ein „l“ zu viel enthalten. Trotz der lustigen Momente endete Johanns Bilanz der coronabedingten Pause mit dem Fazit: „Das war ohne Frage eine schwierige Situation für das Vereinsleben. Jetzt wird es schwierig, aber ganz wichtig, da anzuknüpfen, wo wir im Frühjahr 2020 aufgehört haben, beziehungsweise zwangsweise umgeschwenkt sind.“

Wie wichtig der Neustart wird, zeigten die Geschäftsberichte der Jahre 2019 und 2020. Während das Geschäftsjahr 2019 noch mit einem Plus von etwas mehr als 8000 Euro für den AKK e.V. und gut 7000 Euro für die AKK-gGmbH abschloss, zerschoss die Pandemie das 2020-er Ergebnis fatal: immerhin noch rund 5000 Euro Plus im e.V., jedoch 43.000 Euro Minus in der gGmbH. Schatzmeister (im e.V.), beziehungsweise Geschäftsführer (der gGmbH) Jupp Bretz liefert die Erklärung dafür gleich mit: „Der Grund für das Minus liegt im Geschäftsjahr, das geht vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Während die Session ja noch geradeso stattfinden konnte, fehlten aber die Einnahmen aus der Sessionseröffnung und dem Verkauf der Schängelschiffkarten, die immer ins `alte` Geschäftsjahr fallen.“

Weitere Punkte der Delegiertenversammlung: Uwe Hartmann scheidet aus beruflichen Gründen als Geschäftsführer der AKK aus. Als Nachfolger wurde Dr. Dieter Creutzfeld gewählt. Außerdem wurden gleich zwei Satzungsänderungen beschlossen: ein Medienbeauftragter wird künftig den Vorstand ergänzen. Diese Tätigkeit führt bislang Willi Willig als kooptiertes Vorstandsmitglied aus. Ebenfalls einstimmig angenommen wurde die Einführung einer Hospitantenzeit für neue Mitgliedsvereine, während der man sich gegenseitig kennen lernen kann. Abschließend informierten Zugmarschall und Orgaleiter Olav Kullak über den Ablauf der Sessionseröffnung am 11. November und Christian Johann über eine Idee des Koblenzer Handballvereins, mit den Wappen aller Vereine auf einem Aufwärmtrikot in den unterstützenden „Olau-Modus“ zu schalten, was von den Delegierten mit Begeisterung aufgenommen wurde.