Archivierter Artikel vom 11.08.2022, 14:53 Uhr
Brey

Besonderes Kleinod römischer Geschichte bewundert

Exkursion der Kaiser Ruprecht Bruderschaft zur römischen Wasserleitung von Brey.

Exkursionsgruppe an der römischen Wasserleitung mit Leiter Edgar Vogel (Mitte).
Exkursionsgruppe an der römischen Wasserleitung mit Leiter Edgar Vogel (Mitte).
Foto: Astrid Sibbe, Lahnstein

Eine gut aufgelegte Gruppe aus Mitgliedern der Kaiser-Ruprecht-Bruderschaft und interessierten Gästen fanden sich bei schönstem Wetter in Brey ein, um ein besonderes Kleinod römischer Geschichte am Rhein genauer kennenzulernen: Die römische Wasserleitung bei Brey, die durch ihren großen Querschnitt zu einem der größten technischen Bauwerke der Römer nördlich der Alpen zählt.

Blick in den Tunnel der Leitung mit Wasserrinne.
Blick in den Tunnel der Leitung mit Wasserrinne.
Foto: Astrid Sibbe, Lahnstein

Zunächst referierte Mitbruder Edgar Vogel in einem Vortragssaal des Bürgerhauses Brey vor den gespannten Zuhörerinnen und Zuhörern über die Geschichte der Römer am Rhein und die Besonderheiten der Breyer Wasserleitung. Er spannte dabei profund einen Bogen von der römischen Besiedlung des linksrheinischen Gebiets ab dem 1. Jahrhundert nach Christus über die Bedeutung des Wassers schon in der Antike bis zur Bauweise des Breyer Stollens. „Wasser ist nämlich ganz unentbehrlich für das Leben, die Freuden des Lebens und den täglichen Gebrauch“, formulierte Marcus Vitruvius Pollio im 1. Jahrhundert vor Christus.

Auf den linksrheinischen Höhen, aber auch direkt am Rhein existierten ab dem 1. Jahrhundert nach Christus zahlreiche villae rusticae (Gutshöfe) und Kastelle unterschiedlicher Größe, die mit dem lebensspendenden Nass versorgt werden mussten. Ein wichtiger Teil davon war die Wasserleitung bei Brey, von der bisher 500 Meter archäologisch erforscht worden sind. Insgesamt dürfte die Leitung, deren Anfang und Ende bisher nicht identifiziert werden konnten, eine Länge von zwei bis zweieinhalb Kilometern besessen haben. Für ihren Bau fand das sogenannte Qanatverfahren Anwendung: Dabei wurden zahlreiche Schächte in gleichem Abstand von der Erdoberfläche nach unten bis in eine Tiefe von circavier Metern vorgetrieben. Unten angekommen, begann man nach beiden Seiten mit der Anlage des eigentlichen Tunnels, der schließlich die vergleichsweise kleine Wasserrinne mit einem Gefälle von 3,5 Prozent in sich aufnahm. Edgar Vogel stellte in seinem reich bebilderten Vortrag zudem auch die Instrumente und Werkzeuge vor, welche die Techniker für Planung und Bau benutzten.

Nach der Theorie nahm die Exkursionsgruppe im Anschluss das bedeutende technische Denkmal vor Ort in Augenschein. Vom Sportplatz Brey aus ging es durch ein schönes Waldstück bis zu einer Besucherterrasse, die an der Stelle eines alten Tunneleinsturzes angelegt worden ist. Dadurch sind gleich an zwei Punkten zu ebener Erde Einblicke in die noch intakte Wasserleitung möglich. Etwas oberhalb konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann selbst 4,5 Meter tief hinabsteigen und den Tunnel auf einer Länge von 15 Metern mit Helmschutz und teils im Kriechgang unter die Lupe nehmen. Dabei staunten sie über die Dimensionen des Tunnels und über die noch immer Wasser führende Rinne.

Zum Abschluss der äußerst gelungenen Exkursion fand sich die Gruppe am schön gelegenen Breyer Sportplatz zu einem geselligen Grillfest bei einem oder mehreren Gläsern Wein zusammen. Mit einem herzlichen Dank an Edgar Vogel beschloss Kanzler Alexander Thon die Veranstaltung.

Pressemitteilung der Kaiser Ruprecht Bruderschaft zu Rhens