Archivierter Artikel vom 11.08.2020, 10:02 Uhr
Koblenz

Appell für gegenseitiges Verständnis und gutes Verstehen

Mit einer symbolischen Aktion möchte der Verein für besseres Hören, Treffpunkt Ohr auf die schwierige Situation der Schwerhörigen und Ertaubten durch die Corona-Maskenpflicht aufmerksam machen.

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Das Foto zeigt die Vorsitzende des Vereins für besseres Hören, Treffpunkt Ohr Brigitte Hilgert-Becker (links), den stellvertretenden Behindertenbeauftragten der Stadt Koblenz Joachim Seuling (rechts) und Oberbürgermeister David Langner (Mitte).
Das Foto zeigt die Vorsitzende des Vereins für besseres Hören, Treffpunkt Ohr Brigitte Hilgert-Becker (links), den stellvertretenden Behindertenbeauftragten der Stadt Koblenz Joachim Seuling (rechts) und Oberbürgermeister David Langner (Mitte).
Foto: Stadtverwaltung Koblenz

Kürzlich hatte die Vorsitzende des Vereins, Brigitte Hilgert-Becker, gemeinsam mit den stellvertretenden Behindertenbeauftragten der Stadt Koblenz Joachim Seuling eine Mund-Nase-Bedeckung aus Plexiglas an den Koblenzer Oberbürgermeister David Langner übergeben.

Seit Abstand halten und Mundschutz tragen zur Pflicht geworden ist, erleben viele Menschen beim Einkaufen, beim Arzt oder beim Behördengang und der Nutzung des ÖPNV zum ersten Mal wie schwierig es ist sich zu verständigen, wenn man den Gesprächspartner nicht versteht. Experten sagen, 20 bis 30 Prozent unseres Sprachverständnisses fallen weg, wenn der Mund bedeckt ist. Zusammen mit dem Sicherheitsabstand von eineinhalb bis zwei Metern können wir uns auf das gewohnte miteinander sprechen nicht mehr verlassen. Sich trotzdem noch zu verständigen fällt ganz besonders Menschen schwer, die aufgrund einer Hörbeeinträchtigung bisher ihren Hörverlust durch absehen von den Lippen und Gebärden ausgleichen konnten. Die Landesregierung hat daher mit Einführung der Pflicht eine so genannte Alltagsmaske zu nutzen, ausdrücklich gestattet eine Maske kurzzeitig abzunehmen, solange es zur Kommunikation mit Menschen mit einer Hörbehinderung erforderlich ist. Mund-Nase-Bedeckungen aus Plexiglas, die inzwischen in verschiedenen Ausführungen im Handel angeboten werden, bieten eine weitere Möglichkeit, gegenseitiges Verständnis und Schutz miteinander zu vereinbaren. Kontaktstellen an denen besonders häufig wichtige und vielleicht auch schwierige Informationen übermittelt werden wie Bankschalter, Arztpraxen oder Informationsschalter der Behörden bietet ein Mundschutz mit Sichtfenster eine zusätzliche Option, ihre Aufgaben besser wahrzunehmen. Solange die Gefahr sich anzustecken weiterhin gegeben ist, wollen natürlich auch Menschen mit Hörbeeinträchtigung auf den Schutz durch eine Alltagsmaske nicht verzichten und dies auch ihren Gesprächspartnern nicht zumuten. Es ist daher wichtig, mit den Mund-Nase-Bedeckungen aus Plexiglas eine Möglichkeit zu haben, geschützt miteinander zu sprechen und sich zu verstehen.