Archivierter Artikel vom 28.01.2021, 14:20 Uhr
Saarbrücken

Zwillingsstudie erhält weitere fünf Millionen Euro

Eine langfristige Psychologie-Studie mit bundesweit 4000 Zwillingspaaren wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit weiteren fünf Millionen Euro gefördert. Damit belaufe sich die gesamte Förderung der seit 2014 laufenden Studie „Twin Life“ bis voraussichtlich 2024/25 auf rund 20 Millionen Euro, teilte die Universität des Saarlandes in Saarbrücken mit.

Von dpa/lrs

Es sei die bundesweit größte Zwillings-Familienstudie, die es in Deutschland gebe, sagte Psychologe Frank Spinath von der Uni des Saarlandes. Der Professor untersucht mit Forschern der Uni Bielefeld, welche Faktoren die persönliche Entwicklung und Intelligenz bestimmen – auch mit Blick auf den Bildungsweg und Erfolg auf dem Arbeitsmarkt.

„Da wir in unserer Studie herausfinden wollen, wie soziale Ungleichheit entsteht, vergleichen wir auch die Bildungschancen der Kinder“, sagte der Professor. Dabei werde geschaut, wie Kinder von ihren Eltern unterstützt und gefördert würden.

Zu Beginn der Studie wurden je 1000 Familien mit fünfjährigen, elfjährigen, 17-jährigen und 23-jährigen Zwillingspaaren aus allen Bevölkerungsschichten sowie aus städtischen und ländlichen Regionen ausgewählt. Die Familien werden laut Spinath einmal pro Jahr kontaktiert und befragt. „Dabei werden nicht nur die Eltern, sondern auch Geschwister und bei älteren Zwillingen die Partner mit einbezogen“, sagte er.

Unter den Teilnehmern seien eineiige Zwillinge, die genetisch identisch sind, und zweieiige Zwillinge, die wie normale Geschwister im Durchschnitt eine genetische Ähnlichkeit von 50 Prozent aufwiesen – aber zeitgleich im Familienumfeld aufwachsen.

Von der Uni Bielefeld sind bei der Studie Soziologie-Professor Martin Diewald und Psychologie-Professor Rainer Riemann dabei. Die umfangreichen Daten aus der Studie würden der internationalen Forschung zur weiteren Auswertung zur Verfügung gestellt.

© dpa-infocom, dpa:210128-99-207876/2

Studie Twin Life