Archivierter Artikel vom 30.03.2020, 15:30 Uhr

Zwei weitere Corona-Tote: Saar-Schutzmaßnahmen verlängert

Im Saarland steigt die Zahl der Corona-Toten auf neun. Die Landesregierung verlängert die Ausgangsbeschränkung bis einschließlich 20. April. Das sei „dringend erforderlich“, betont Ministerpräsident Hans.

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Tobias Hans, Ministerpräsident des Saarlandes
Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlandes.
Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa/Archivbild

Saarbrücken (dpa/lrs) – Zwei weitere Menschen sind im Saarland an einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Am Sonntag seien im Klinikum Saarbrücken ein 88-jähriger Patient und ein 54-jähriger Patient an Covid-19 gestorben, teilte der Regionalverband Saarbrücken am Montag mit. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten in dem Bundesland zwischenzeitlich auf neun.

Die Zahl der im Land mit dem Virus Sars-CoV-2 infizierten Menschen stieg auf 800 (Stand: Montag 15.00 Uhr), wie das Gesundheitsministerium in Saarbrücken mitteilte. Die meisten Fälle zählt der Regionalverband Saarbrücken mit 268, gefolgt vom Saarpfalz-Kreis mit 156. 96 Menschen werden dem Ministerium zufolge derzeit stationär behandelt, 41 davon intensivmedizinisch. 58 Personen gelten seit dem ersten Auftreten des Virus als geheilt.

Die saarländische Landesregierung verlängerte derweil die Ausgangsbeschränkung bis einschließlich 20. April. „In Anbetracht der Entwicklungen halten wir eine Verlängerung der Maßnahmen im Geleitzug der anderen Bundesländer für dringend erforderlich“, betonte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Das Saarland habe sehr früh reagiert. „Wir können erste Erfolge ablesen, aber die Lage bleibt aufgrund der nach wie vor steigenden Infektionszahlen sehr ernst.“ Würden die Maßnahmen zu früh gelockert, riskiere man einen Rückfall.

„Handeln wir jetzt nicht entschlossen, beginnen wir am Ende von vorn. Durch die heutige Entscheidung sorgen wir über den 3. April hinaus für Planungssicherheit“, erklärte Hans. Die Regelungen im Saarland waren am 21. März in Kraft getreten und zunächst auf 14 Tage befristet. Es gilt eine Ausgangsbeschränkung und ein deutlich begrenztes Freizeit-Angebot.

„Die Maßnahmen sind hart und einschneidend“, betonte Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). „Aber die Ausgangsbeschränkungen sind notwendig, und wir rufen alle Saarländerinnen und Saarländer dringend auf, sich daran zu halten.“

Vor dem Saarland hatte bereits Bayern seine Ausgangsbeschränkungen bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kanzleramtschef Helge Braun (beide CDU) hatten zuletzt deutlich gemacht, dass schnelle Lockerungen nicht im Raum stehen. Für konkrete Regelungen sind die Bundesländer zuständig.

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