Mainz

Politische Bildung

Zentrale für politische Bildung setzt aufs Internet

Von dpa/lrs

Die Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung werden digitaler. Die rheinland-pfälzische Landeszentrale dagegen sieht in ihrem 50. Jahr in dieser Frage noch deutlichen Nachholbedarf.

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Mainz (dpa/lrs). Der Wahl-O-Mat, das Streaming-Format «Fake-Train» mit You-Tuber Rezo oder Tiktok: Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) setzt zunehmend auf digitale Formate. «Gerade junge Leute erreichen sie quasi nur noch über Social Media und eben nicht mehr über die klassischen Seminare, Tagungen oder auch Publikationen», sagte bpb-Präsident Thomas Krüger am Mittwoch in Mainz. Etwa die Hälfte der 430 bpb-Beschäftigten arbeite inzwischen im online-Bereich – mit Erfolg.

«Die Bürgerinnen und Bürger nutzen die digitalen Angebote der politischen Bildung», betonte Krüger. Sie fragten auch danach. «Es gibt einen großen Bedarf in Zeiten von Desinformationen und Fake news, sich zu orientieren.» Die Bundes- und die Landeszentralen für politische Bildung hätten dabei eine hohe Glaubwürdigkeit. Den Wahl-O-Mat etwa hätten bei der Europawahl 14,8 Millionen Menschen genutzt, fünf Millionen mehr als fünf Jahre zuvor.

Der Chef der Landeszentrale für politische Bildung, Bernhard Kukatzki, sieht für seine Einrichtung im 50. Jahr seit der Gründung dagegen noch «starken Nachholbedarf» bei digitalen Angeboten. «Wir müssen uns in diesen Bereich absolut verstärken», sagte Kukatzki. «Etwa ein Viertel der jungen Menschen informiert sich ausschließlich über die sozialen Medien.» Derzeit sei nur einer der etwa 35 Mitarbeiter (ohne das Personal in den Gedenkstätten) mit Social Media befasst.

Allerdings seien die Landeszentralen anders als die Bundeszentrale «kein Vollsortimenter»und die Schwerpunkte in Rheinland-Pfalz neben den Gedenkstätten vor allem Israel und zunehmend auch Orte der Demokratie-Geschichte, betonte Kukatzki.

Sowohl Krüger als auch Kukatzki zeigen sich zuversichtlich, dass bei der Aufstellung des Bundes- und des Landes-Haushalts die Mittel für politische Bildung nicht gekürzt würden. Der Etat der bpb liege bei 95 Millionen Euro pro Jahr, der der Landeszentrale bei rund 4 Millionen Euro.

Landeszentrale für politische Bildung

Bundeszentrale zu «Fake Train»

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