Mainz

Zahl der Ladestationen für E-Autos um 16 Prozent gestiegen

Die Zahl der Ladestationen für Elektroautos in Rheinland-Pfalz ist im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf 1488 gestiegen. Davon war jede fünfte Säule (20,5 Prozent) eine Schnellladestation, hatte also eine höhere Ladeleistung von mindestens 22 Kilowatt, wie das Verkehrsministerium nach Daten der Bundesnetzagentur auf eine Landtagsanfrage der Grünen-Fraktion mitteilte. Die Ladepunkte sind so verteilt, dass 97 Prozent der Haushalte in zehn Kilometern Entfernung von ihrem Wohnort eine Ladestation mit Standardleistung finden, 78 Prozent eine mit höherer Leistung.

dpa/lrsLesezeit: 1 Minuten

Enttäuscht vom Ausbau des Ladenetzes zeigte sich die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Jutta Blatzheim-Roegler. Die von der Bundesregierung bis 2030 angestrebte Zahl von einer Million Ladepunkte in Deutschland bedeute rund 50 000 Stationen in Rheinland-Pfalz. „Mit dem aktuellen Ausbautempo ist das allerdings kaum zu schaffen.“ Ein weiteres Hemmnis seien enorme Preisunterschiede beim Laden. Blatzheim-Roegler forderte die Bundesregierung auf, die Förderprogramme für Ladesäulen so zu gestalten, dass „verbesserte und transparente Preisbedingungen“ erreicht werden könnten.

Nach Daten des Kraftfahrtbundesamts gab es Anfang 2020 in Rheinland-Pfalz 5683 Autos mit Elektro-Antrieb, 63,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Außerdem gab es 23 832 Autos mit hybridem Antrieb aus Strom und fossilen Brennstoffen (plus 53,5 Prozent).

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Bernhard Braun bemängelte, dass Elektroautos bei den Neuzulassungen immer noch nur einen kleinen Bruchteil ausmachten. „Wir brauchen da deutlich mehr Schwung und Dynamik.“ Und Hybridantriebe dürften nicht zum „Feigenblatt der Autoindustrie“ werden. Für echten Klimaschutz sei ein Systemwechsel bei den Antrieben nötig. „Ein bisschen Elektro für das Gewissen reicht nicht aus.“

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