Archivierter Artikel vom 15.02.2020, 18:10 Uhr

Werbung für Online-Glücksspiele: Saar-Uni äußert Bedauern

Saarbrücken (dpa/lrs) – Die Universität des Saarlandes hat Werbung für Online-Glücksspiele auf ihren Webseiten bedauert und damit auf einen Bericht der Nachrichten-Website „Bento“ des Spiegel-Verlags reagiert. „Bento“ hatte geschrieben, dass noch Anfang Februar auf dem „Uni-Ratgeber“ online für Suchmaschinen optimierte Texte gewesen seien, die auf Seiten verlinkt hätten, auf denen unter anderem Sportwetten und Glücksspiele beworben worden seien. Für die Links habe die Uni jährlich fünfstellige Beträge von der Werbefirma erhalten.

Lesezeit: 1 Minuten
Würfel auf Laptop
Würfel auf der Tastatur eines Laptops.
Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild

Die Hochschule teilte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit: „Die Universität des Saarlandes bedauert sehr, dass aufgrund einer teilweise lückenhaften Qualitätskontrolle bei der Zusammenarbeit mit einem externen Werbepartner Werbung für Online-Glücksspiele auf Webseiten der Universität erschienen ist.“ Die genannten und zu Recht beanstandeten Werbetexte seien umgehend gelöscht worden.

„Die Werbeangebote konnten nicht über die Navigation auf den für Studierende relevanten Seiten angeklickt werden, sondern waren nur über sehr spezifische Suchbegriffe auffindbar“, erklärte die Uni. Sie hätten der „Link-Vermarktung“ gedient, ihr Zweck sei letztlich aber ausschließlich die Suchmaschinenoptimierung der jeweiligen Werbepartner gewesen. Die Uni habe diese Werbeform eingestellt, die Kooperation mit dem externen Partnerunternehmen sei mit sofortiger Wirkung gekündigt worden. Auch der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Saar-Landtag, Jürgen Renner, griff das Thema auf und kündigte an, es auf die Tagesordnung des Wissenschaftsausschusses zu setzen.

Bento-Bericht

Uni des Saarlandes