Mainz

Vor allem Schüler und Pendler betroffen: Streik bei Busunternehmen trifft viele Landkreise

Mitarbeiter von privaten Busunternehmen streiken. In vielen Regionen in Rheinland-Pfalz kommen Pendler und Schüler nicht vom Land in die Städte.

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Streik
«Wir streiken» steht auf einem Transparent der Gewerkschaft Verdi.
Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

Ein Streik von Mitarbeitern privater Busunternehmen hat am Freitag vor allem Schüler und Pendler getroffen, die den Überlandverkehr in Rheinland-Pfalz nutzen. Mehr als 750 Busfahrer und Busfahrerinnen legten ihre Arbeit nieder, wie Verdi-Landesfachbereichsleiter Jürgen Jung sagte. Vor allem der Überlandverkehr sei erheblich eingeschränkt. „Bisher übertrifft die Beteiligung deutlich unsere Erwartungen“, sagte Jung. „Damit können wir noch einmal deutlich unseren Unmut zeigen.“ Der Ausstand war bis Mitternacht geplant. Betroffen waren demnach alle Standorte des Unternehmens DB Regio Bus Rhein-Mosel und Niederlassungen von DB Regio Bus Mitte.

Der Streik traf vor allem Pendler und Schüler in Kaiserslautern, Kusel, Worms und Zweibrücken. Hier entfielen alle Busse der DB Regio Bus Mitte, wie ein Sprecher mitteilte. Nicht betroffen waren Homburg, Bad Bergzabern und Speyer. Auch in Ingelheim und Bacharach seien Linien bestreikt worden. In den Landkreisen Östliche Vulkaneifel und Ahrtal sollten alle Busse der DB Regio Bus Rhein-Mosel im Depot bleiben.

In Mainz fuhren die Busse von DB Regio teilweise auf Linien des Stadtverkehrs. Rund zehn Prozent der Linienfahrten der Mainzer Mobilität würden von Subunternehmen durchgeführt, teilte ein Sprecher der Mainzer Stadtwerke mit. „Hier gehen wir davon aus, dass es im Lauf des Tages auch Auswirkungen im städtischen Verkehr geben wird“, erklärte Jung. Am Morgen waren die Auswirkungen noch überschaubar. Laut Homepage der Mainzer Mobilität waren bis zum Mittag elf Linien im Stadtgebiet betroffen. Der Sprecher der Stadtwerke riet den Fahrgästen, sich vor Ort an den elektronischen Anzeigetafeln zu orientieren, diese würden stets aktualisiert.

Die Tarifverhandlungen für das Verkehrsgewerbe laufen schon seit längerer Zeit, 15 Verhandlungsrunden sind der Gewerkschaft zufolge schon zustande gekommen. Ein akzeptables Angebot der Arbeitgeberseite liege aber nicht vor. Verdi fordert unter anderem eine Bezahlung unfreiwilliger Pausen zwischen den Fahrten für die mehr als 9000 Beschäftigten privater Busunternehmen. Zudem will die Gewerkschaft ein 13. Monatsgehalt, mehr Urlaubsgeld und höhere Zuschläge für Nacht- und Feiertags- und Wochenendarbeit durchsetzen. Neben privaten Busunternehmen betreffen die Verhandlungen auch Speditionen, Logistikunternehmen sowie Kurier-, Express- und Postdienstleister.

Eine Stellungnahme des Arbeitgeberverbandes zum Streik lag zunächst nicht vor.