„Vogel des Jahres“: Wiedehopf etwas erholt

Rheinhessen und die Vorderpfalz sind eine westliche Insel für die Verbreitung des Wiedehopfs in Deutschland. Die Art könnte vom Klimawandel profitieren – wenn die Vögel auch ihre geeigneten Brutplätze in Baumhöhlen finden.

Wiedehopf im Mainzer Sand
Auf dem Ast eines Baums im Naturschutzgebiet Mainzer Sand sitzt ein Wiedehopf.
Foto: Peter Zschunke/dpa-Zentralbild/dpa

Mainz (dpa/lrs). Das markante Aussehen mit der Federhaube am Kopf hat dem Wiedehopf die meisten Stimmen bei der Nabu-Wahl zum „Vogel des Jahres“ gesichert. Die unverwechselbare Vogelart ist auch in Rheinhessen und der nördlichen Vorderpfalz zuhause. Im begrenzten deutschen Verbreitungsgebiet bilde Rheinland-Pfalz eine Insel im Westen, sagt der Landeskoordinator für das Vogelmonitoring, Christian Dietzen.

Der Wiedehopf-Bestand in Rheinland-Pfalz wurde zuletzt auf etwa 70 bis 80 Brutpaare geschätzt. Mitte der 1980er Jahre waren es noch weniger als 30. „Die Art hat sich etwas erholt, ihr Bestand nimmt insgesamt etwas zu“, sagte Dietzen. „Vermutlich spielt auch die Klimaveränderung dem Wiedehopf in die Karten, er profitiert von wärmeren Temperaturen.“ Hilfreich sei sicherlich das Artenschutzprogramm des Landes.

„Der Wiedehopf ist bereits seit mehreren Jahrzehnten im Fokus des Naturschutzes in Rheinland-Pfalz“, sagt Josephine Keller im Umweltministerium. Maßnahmen zum Schutz der Obstbaumbestände, etwa zwischen Mainz und Bingen, hätten zur Erhaltung der Wiedehopf-Bestände beigetragen. „Dazu gehören sowohl die Pflanzung von neuen Obstbäumen als auch der aktive Schutz der Nisthöhlen.“ Da der Wiedehopf offene Böden oder kurzrasige Flächen liebe, sei auch die Beweidung mit Schafen, Ziegen und Rindern ein wirksames Mittel. „Da der Wiedehopf nach wie vor eine bedrohte Art ist, begrüßen wir die Nabu-Wahl des Wiedehopfs zum „Vogel des Jahres“.“

Auf Biotope wie offenes Grünland oder Streuobstwiesen weist auch der Name hin: Der Wiedehopf hüpft auf der Weide. Dort findet der Vogel auch seine bevorzugte Nahrung, große Insekten wie Heuschrecken. Der wissenschaftliche Name Upupa epops bezieht sich lautmalerisch auf den dumpfen Ruf des Vogels, der an den Klang einer Rohrflöte erinnert.

Für seine Nistplätze sei der Wiedehopf auf Alt- und Totholz angewiesen, oder auf ältere Obstbäume mit Höhlungen, erklärt Dietzen. „Bruthöhlen kann er sich nicht selbst zimmern wie der Specht.“ Er sei dabei nicht wählerisch und begnüge sich im Notfall auch schon mal mit einer Gießkanne oder einem Abflussrohr.

„Die Vögel sind sehr störungsempfindlich“, sagt Dietzen. Bei einem Ausbau der durch das Naturschutzgebiet Mainzer Sand führenden Autobahn, wie er zurzeit in der Planung ist, „wäre der Wiedehopf sicherlich einer der Betroffenen“.

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