Archivierter Artikel vom 05.04.2021, 09:50 Uhr

Viel Mangel, keine Befreiung: Woche der Wahrheit

Keine Big Points für Mainz, spielerische Magerkost von Aufsteiger Bielefeld: Das Remis im Abstiegskampf lässt beide Clubs etwas ratlos zurück. Die Duelle mit Köln und Hertha können die 05er in den kommenden Wochen zur Vorentscheidung nutzen.

Danny da Costa
Fußballer Danny da Costa wird von Sanitätern versorgt.
Foto: Torsten Silz/dpa

Mainz (dpa/lhe). Dieses Abstiegsduell zwischen Mainz und Bielefeld hatte nur einen Sieger: die Konkurrenz, die sich genau so ein Ergebnis gewünscht hatte. Genau diese Rivalen – der 1. FC Köln und Hertha BSC – gilt es für die 05er an den kommenden beiden Bundesliga-Wochenenden zu schlagen, um vor dem Saisonendspurt eine Vorentscheidung im Abstiegskampf herbeiführen zu können.

Nach dem von zahllosen Fehlern geprägten 1:1-Krampf gegen die Arminia sagte Mainz-Sportdirektor Martin Schmidt: „Es ist nichts passiert, außer ein Punkt mehr im Kampf um den Klassenerhalt. Bielefeld ist sicher etwas zufriedener, dennoch sind wir voll im Soll.“ Ein Polster für das Saisonfinale wäre für die Rheinhessen dringend nötig, denn die letzten vier Gegner in dieser Spielzeit heißen: Bayern, Frankfurt, Dortmund und Wolfsburg.

Bielefeld muss sich nach einem ideenlosen Auftritt hingegen fragen, gegen wen überhaupt noch Siege hersollen. „Wir müssen in der Bundesliga für jeden Punkt hart arbeiten und die richtige Einstellung an den Tag bringen“, sagte Trainer Frank Kramer. Zwar hat der 48-Jährige seit Amtsübernahme in drei von fünf Spielen gepunktet – jedoch lesen sich drei Tore in diesem Zeitraum nicht überzeugend. „Natürlich sind wir nicht vollends zufrieden, weil wir gewinnen wollten, aber es war ein gutes Zeichen für uns, dass wir in der Bundesliga zurückkommen können“, analysierte Kramer.

Das Remis im coronabedingt leeren Mainzer Stadion war glücklich, denn das Heimteam von Trainer Bo Svensson hatte nicht nur mehr Chancen, sondern auch die klareren. „Wir gehen in Führung, das müssen wir dann auch besser machen, dass wir das zweite Tor nachlegen. Wir bleiben unserer Linie treu“, sagte der Däne Svensson, unter dem die Mainzer in der Rückrunde besser punkten als Clubs wie Dortmund, Gladbach oder Leverkusen.

Ein Hoppelschuss von Andreas Voglsammer verhinderte den dritten Mainzer Sieg in Serie, der das Polster auf den Aufsteiger auf fünf Punkte vergrößert hätte. „Verlieren darfst du es nicht, das haben wir geschafft. Wir haben die Distanz gewahrt nach hinten, darum ist das Minimalziel erreicht heute“, konstatierte Funktionär Schmidt.

So wirklich wussten nach Abpfiff in der sonnigen Arena aber beide Teams nichts mit dem Remis anzufangen. Die überlegenen Mainzer, für die Daniel Brosinski per Foulelfmeter traf, hatten sich um mehr Lohn gebracht, sind mit 25 Punkten und der deutlich besseren Form aber weiter in einer komfortablen Position. Für Bielefeld (23 Zähler) ist – wie von Kramer geschildert – jeder Punkt hart erkämpft. In Mainz war es zumindest ein Teilerfolg, nicht vom Rivalen abgehängt zu werden.

„Mit einer Niederlage wäre es schwer geworden, aber wir wollten gewinnen, darum ist mir der Punkt eigentlich zu wenig“, bilanzierte Voglsammer. Die Mainzer Aktivposten Jonathan Burkardt und Leandro Barreiro nannten den Punktverlust unisono „ärgerlich“. Für beide Teams bietet der Spielplan bis Ende April große Chancen auf weitere Punkte, für Mainz nun vor allem in den direkten Abstiegsduellen.

© dpa-infocom, dpa:210403-99-75451/3

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