Spangdahlem

US-Luftwaffe: Standort Spangdahlem bleibt erhalten

Kampf-Jets sollen abziehen, doch das ist nach US-Angaben nicht das Ende des Standorts in der Eifel. Auch Innenminister Lewentz ist zuversichtlich, dass der Flughafen bestehen bleibt – und verspricht großes Engagement dafür.

dpa/lrsLesezeit: 3 Minuten

Mainz/Spangdahlem (dpa/lrs) – Mitten in der Unruhe um den angekündigten US-Teilabzug gibt es eine gute Nachricht für Rheinland-Pfalz: Der Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem in der Eifel bleibt nach Angaben der Airforce trotz der geplanten Verlegung von Soldaten erhalten. „Derzeit gibt es keine Pläne, Spangdahlem zu schließen“, teilte der Oberst der US-Luftwaffe und Kommodore des 52. Jagdgeschwaders, David Epperson, in der Nacht zum Samstag mit. „Unser Geschwader hat immer noch einen wesentlichen Auftrag zu erfüllen, mit oder ohne die Kampfstaffel, die auf unserer Einrichtung stationiert ist.“

Die Landesregierung reagierte positiv. „Eine so deutliche Bestätigung zum Erhalt der Air Base wie sie nun aus Spangdahlem kommt, nur drei Tage nachdem die Spitze in Washington die Abzugspläne bekannt gibt, betont mit Nachdruck die hohe Güte und Bedeutung des Standortes“, erklärte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Die Äußerungen aus Washington hätten die Region schwer verunsichert. „Sie wurden auf dem Rücken der an der Air Base Stationierten, der Beschäftigten und der mittlerweile hier fest verwurzelten US-Familienangehörigen getätigt“, kritisierte Lewentz. Die Landesregierung stehe mit den Kommunalvertretern weiterhin eng an der Seite der US-amerikanischen Partner. Lewentz erklärte, er habe bereits am vergangenen Mittwoch mit einem symbolhaften Abzug der Flugzeuge gerechnet, während sich andere Veränderungen über Jahre hinziehen könnten.

Die 480. Kampfstaffel und Teile des 52. Jagdgeschwaders sollen nach Angaben der Air Base Spangdahlem nach Italien verlegt werden. „Die Mission hier endet nicht mit dem Umzug der Flugstaffel oder anderer Einheiten, die von diesem Richtungswechsel betroffen sein könnten“, sagte Epperson. „Die Mehrheit der Luftwaffenangehörigen, die dem 52. Jagdgeschwader zugeordnet sind, unterstützt diese Aspekte der Mission und wird nicht von Spangdahlem umziehen.“

Die USA hatten am Mittwoch angekündigt, die Staffel von F-16-Kampfjets mit gut 20 Flugzeugen samt Besatzung, Mechanikern und Unterstützungskräften nach Italien zu verlegen. Zur Air Base gehören laut US-Luftwaffe rund 4000 US-Soldaten.

„Wir bleiben unseren Freunden und Partnern in der lokalen Gemeinschaft verpflichtet, die unsere Präsenz in der Eifel seit Jahrzehnten unterstützen, und freuen uns darauf, diese Beziehungen weiter aufzubauen“, erklärte Epperson. Einige Änderungen würden „in Kürze“ stattfinden. Andere würden mehrere Jahre dauern, hieß es.

Die Abzugspläne von US-Präsident Donald Trump sind noch nicht final beschlossen. Insgesamt will er die Zahl der US-Soldaten in Deutschland um fast 12 000 verringern.

Lewentz hatte schon zuvor der Deutschen Presse-Agentur gesagt, er rechne damit, dass die USA Spangdahlem nicht ganz aufgeben würden: „Ich gehe davon aus, dass der Flughafen bestehen bleibt.“ Die Landesregierung werde dafür alles tun. Darüber hinaus habe sie viel Erfahrung mit der wirtschaftlich erfolgreichen Umwandlung militärisch geprägter Regionen (Konversion).

In den vergangenen 15 Jahren hätten die Amerikaner weit mehr als 400 Millionen US-Dollar in den Standort Spangdahlem gesteckt. „Gerade sind eine Middle- und eine High-School für ungefähr 87 Millionen Dollar fertiggestellt worden.“

Die Landesregierung sei permanent im Gespräch mit Abgeordneten, Militärs und Entscheidungsträgern in den USA. Deutschland – und insbesondere Rheinland-Pfalz – sei für die Amerikaner eines der besten Stationierungsländer. „Wir haben eine immer funktionierende Infrastruktur von der Gasversorgung über die Elektrizität bis zur Straßenanbindung. Die deutsche Polizei sorgt für gute Sicherheit.“ Rheinland-Pfalz sei ein guter Gastgeber und habe die Modernisierung der Wohnungen für amerikanische Familien mit viel Geld unterstützt.

Lewentz sieht „keinen rationalen Grund“ für den Abzug der Truppen. Er halte Donald Trumps Argument, dass es ihm um eine Abstrafungsmaßnahme für einen langen und sehr belastbaren Bündnispartner gehe, für glaubhaft. „So geht man aber nicht miteinander um“, kritisierte der Minister. Die Äußerungen des früheren US-Botschafters Richard Grenell, der zunehmende Attacken auf US-Militärprogramme als einen Grund für den Abzug genannt hatte, nannte Lewentz „Unsinn“.

Der Air Force-Stützpunkt Spangdahlem in der Eifel ist auch Arbeitgeber für etwa 800 deutsche Zivilbeschäftigte. An diesem Montag wird sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) mit Kommunalpolitikern aus der Eifel treffen.