Archivierter Artikel vom 12.08.2020, 13:50 Uhr
Saarbrücken

Umweltminister Jost fordert Unterstützung für Staatsforst

Wälder erfüllen ökonomische, ökologische und soziale Funktionen. Vom Bund erwartet der Saar-Umweltminister Veränderungen bei der Hilfe für Waldbesitzer – und er hat eine Idee mit Blick auf den CO2-Zertifikatehandel.

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Reinhold Jost (SPD)
Reinhold Jost (SPD), Minister für Umwelt und Verbraucherschutz.
Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild

Saarbrücken (dpa/lrs) – Saar-Umweltminister Reinhold Jost (SPD) fordert vom Bund eine gerechtere Verteilung von Bundesmitteln zur Unterstützung von Waldbesitzern. 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket stünden für eine naturnahe Waldbewirtschaftung zum wiederholten Male nur für Privat- und Kommunalwaldbesitzer zur Verfügung. „Wir wollen da eine Gleichbehandlung“, sagte er am Mittwoch in Saarbrücken. „Es kann nicht sein, dass einige wenige Großgrundforstbesitzer und nur die kommunale Ebene davon profitieren, und wir als Musterland Saarland gucken in die Röhre.“

Das Saarland habe schon vor 30 Jahren die naturnahe Waldbewirtschaftung erfunden. Nach Berechnungen des Ministeriums gehe es um etwa 2,5 bis 3 Millionen Euro, die man für den Saarforst gut gebrauchen könne. Wälder seien ein Hotspot der Biodiversität, hätten Erholungsfunktion und seien als Wirtschaftsfaktor bedeutend. Jost forderte, ihren Stellenwert als Kohlenstoffspeicher beim CO2-Zertifikatehandel zu berücksichtigen.

Der Bund sei gut beraten, über entsprechende Forderungen aus dem Saarland und aus Rheinland-Pfalz nachzudenken. Es sei „ein Stück weit verlogen, einerseits die Funktion des Waldes als CO2-Speicher wie eine Monstranz vor sich herzutragen“, dies aber auf der anderen Seite nicht zu honorieren.

Der Minister will den sogenannten „Urwald vor den Toren der Stadt“ bei Saarbrücken in den nächsten fünf Jahren auf eine Fläche von etwa 2000 Hektar verdoppeln. Ziel sei es, das Projekt wissenschaftlich zu begleiten und dabei bessere Erkenntnisse über die relativ ungestörte Entwicklung von Waldökosystemen zu erhalten. Bei dem „Urwald“ handelt es sich bisher um ein etwa 1000 Hektar großes Wildnisgebiet, das seit 2002 sich selbst überlassen und nicht bewirtschaftet wird.

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