Archivierter Artikel vom 04.03.2021, 17:20 Uhr

Trierer Bischof: Kloster Himmerod wird zum Jugendhaus

Vor gut drei Jahren haben die Zisterzienser das Kloster Himmerod in der Eifel verlassen – die Zukunft der großen Anlage war ungewiss. Jetzt hat der Trierer Bischof bekanntgegeben, wie es weitergeht.

Die Abteikirche des Klosters Himmerod in der Eifel
Die Abteikirche des Klosters Himmerod in der Eifel.
Foto: Harald Tittel/dpa/Archivbild

Trier (dpa/lrs). Im Kloster Himmerod soll ab 2024 das zentrale Jugendhaus des Bistums Trier einziehen. Das gab der Trierer Bischof Stephan Ackermann am Donnerstag bekannt. Andere Einrichtungen der Jugend, die derzeit auf der Marienburg bei Bullay angesiedelt sind, würden von dort verlagert, das Haus Sonnental im saarländischen Wallerfangen werde aufgegeben. Ackermann sei froh, das Kloster Himmerod als „einen kirchlichen Ort mit Schwerpunkt Jugendpastoral im Bistum Trier erhalten und weiterentwickeln zu können“, sagte er.

Gut drei Jahre nach der Auflösung des Zisterzienser-Konvents in Himmerod sei es nicht gelungen, eine passende geistliche Gemeinschaft als Nachfolge zu finden. Zahlreiche Gespräche seien geführt worden, sagte der Bischof. „Aber letzten Endes konnte keine Gemeinschaft gefunden werden, die zu Himmerod passt und die bereit war oder die personellen Möglichkeit hat, diesen Ort künftig zu beleben.“

Die Zisterzienser hatten sich im Oktober 2017 aus dem Kloster bei Großlittgen zurückgezogen. Gründe waren die geringe Zahl der Mönche und eine angespannte Finanzlage. Das Kloster war 1134 vom Zisterzienser-Mönch Bernhard von Clairvaux gegründet worden.

In Himmerod sollten rund 15 Millionen Euro investiert werden, um das Kloster in ein modernes Jugendhaus mit rund 200 Betten umzubauen, teilte der Bischof weiter mit. Es sei geplant, künftig pastorales und pädagogisches Personal anzusiedeln, das ein vielfältiges Angebot für Kinder und Jugendliche mache. Die verpachteten weiteren Liegenschaften – Klosterladen, Gaststätte, Gärtnerei und Fischerei – würden ebenfalls weiter betrieben werden können.

Der Himmeroder Mönch Stephan Senge, der nach dem Rückzug der Zisterzienser als letzter Mönch in Himmerod geblieben ist, werde auch weiter dort zu Hause sein. „Er darf auch da bleiben“, sagte Ackermann. Der Pater sei „ein Begriff. Er hat Himmerod auf seine Weise in den letzten Jahrzehnten, ja auch wenn es um den Bereich der Jugend geht, geprägt“.

Der Bischof bedauerte, dass mit der Entscheidung für Himmerod die Aufgabe der Marienburg (Kreis Cochen-Zell) und des Hauses Sonnental verbunden sei. In beiden Häusern hätten Sanierungsarbeiten in Höhe von gesamt 20 Millionen Euro angestanden. Die Jugendhäuser auf der Marienburg und in Wallerfangen sollen Ende 2023 schließen.

Diözesanjugendpfarrer Matthias Struth sagte, zwar unterhalte das Bistum mit der Aufgabe von Haus Sonnental dann kein eigenes Übernachtungshaus mehr im Saarland. Das bedeute aber kein Rückzug aus dem Saarland. „Wir werden die Kinder- und Jugendpastoral in den Pfarreien und zukünftig auch in den Pastoralen Räumen selbstverständlich weiter fördern“, sagte er.

Das Kloster Himmerod befindet sich im Besitz eines Trägervereins, in dem das Bistum Trier mit seinen rund 1,3 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und dem Saarland Mitglied ist.

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Hintergrund zum Trägerverein

Kloster Himmerod