Archivierter Artikel vom 01.12.2020, 14:44 Uhr
Trier

Tote und Verletzte: Auto rast durch Fußgängerzone in Trier

In einer Fußgängerzone in Trier hat ein Auto mehrere Menschen erfasst und mindestens fünf von ihnen tödlich verletzt. Die Polizei konnte einen 51-Jährigen aus dem Keis Trier-Saarburg festnehmen.

dcc/dpaLesezeit: 4 Minuten

In einer Fußgängerzone in Trier hat ein Auto mehrere Menschen erfasst und mindestens fünf von ihnen tödlich verletzt. Die Polizei konnte einen 51-Jährigen aus dem Keis Trier-Saarburg festnehmen.

picture alliance/dpa | Harald Tittel

In einer Fußgängerzone in Trier hat ein Auto mehrere Menschen erfasst und mindestens fünf von ihnen tödlich verletzt. Die Polizei konnte einen 51-Jährigen aus dem Keis Trier-Saarburg festnehmen.

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Der Fahrer des Wagens sei festgenommen worden, teilte die Polizei Trier am Dienstag auf Twitter mit. Der Mann habe allein im Wagen gesessen, heißt es. Wie ein Polizeisprecher versichert, besteht keine Gefahr mehr.

Bei dem Vorfall sind mindestens vier Menschen getötet worden. Darunter sind laut Polizei eine 25-Jährige aus Trier, ein 45 Jahre alter Mann aus Trier, eine 73-jährige Frau aus Trier und ein Kleinkind. Das teilt die Polizei am Abend mit. Das Baby soll neuneinhalb Wochen alt gewesen sein. Außerdem gibt es laut RLP-Innenminister Lewentz mindestens vier Schwerstverletzte, fünf weitere erheblich verletzte Menschen, sechs Leichtverletzte und mehr als zwei Dutzend Menschen, die traumatisiert sind.

Polizei nimmt 51-Jährigen aus dem Kreis Trier-Saarburg fest

Von der Polizei heißt es, bei dem Festgenommenen handele es sich um einen 51-jährigen Deutschen aus dem Kreis Trier-Saarburg. Das Auto wurde sichergestellt. Den Behörden liegen keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund des Vorfalls vor. Der Fahrer des Wagens, der in der Trierer Fußgängerzone mehrere Menschen erfasste, ist demnach auch nicht als Gefährder eingestuft. Der festgenommene Mann hat die vergangenen Tage nach Angaben der Polizei in einem Auto verbracht. Er habe die Zeit nicht in einer Wohnung verbracht, sagt Franz-Dieter Ankner, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Trier.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz sieht ein gezieltes Vorgehen beim Täter. Er sei „Zickzacklinien“ gefahren, um gezielt Leid zuzufügen, so Lewentz. Das sei in ganz schlimmem Maße geschehen. Laut Oberstaatsanwalt Peter Fritzen war der 51-jährige Mann während der Fahrt betrunken. Er habe zuvor „nicht unerhebliche Mengen Alkohol genossen“, sagt Fritzen. Es sei ein Atemalkoholwert von 1,4 Promille gemessen worden.

Möglicherweise war der Täter psychisch krank

Es gebe zudem Anhaltspunkte für ein psychiatrisches Krankheitsbild, sagt Fritzen weiter. Ein Arzt habe den Mann begutachtet, es werde vermutlich ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Keine Anhaltspunkte gebe es für ein „irgendwie terroristisch geartetes“, politisches oder religiöses Motiv.

Gegen den Fahrer wird nun wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes in vier Fällen ermittelt. Außerdem werde ihm in zahlreichen weiteren Fällen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Triers Oberbürgermeister, Wolfram Leibe, hat in einer ersten Pressekonferenz von einem Bild des Grauens gesprochen: „Ich drücke allen ganz arg die Daumen, dass die Schwerstverletzten auch überleben. Ich bin gerade durch die Innenstadt gelaufen und es war einfach nur schrecklich. Da steht ein Turnschuh. Das Mädchen dazu ist tot.“ Am Abend sagte Leibe: „Ich glaube, es ist der schwärzeste Tag der Stadt Trier nach dem Zweiten Weltkrieg.“

Politik äußert große Betroffenheit

Auch CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf und CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner haben sich erschüttert gezeigt. „Die Nachrichten aus Trier lassen uns schockiert und tief betroffen zurück. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten vor Ort. Wir trauern mit den Angehörigen der Toten. Wir danken den Helfern und Rettungskräften für ihre Arbeit. Jetzt gilt es die weiteren Ermittlungen abzuwarten.“

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz äußerten sich ebenfalls entsetzt über den tödlichen Vorfall. Auch die Bundesregierung hat mit Betroffenheit auf den tödlichen Vorfall in der Trierer Fußgängerzone reagiert. “Was in Trier geschehen ist, ist erschütternd„, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. “Die Gedanken sind bei den Angehörigen der Todesopfer, bei den zahlreichen Verletzten und bei allen, die in diesem Moment im Einsatz sind, um die Betroffenen zu versorgen."

Trauerstelle und Betroffenen-Hotline

Hinweise und Informationen für Angehörige möglicher Verletzter gibt es unter der Nummer 0800/6565651. An der Porta Nigra soll am morgigen Mittwoch eine Trauerstelle eingerichtet werden. dcc/dpa