Archivierter Artikel vom 17.01.2020, 19:10 Uhr

Terrorverdächtige aus Türkei nach Deutschland abgeschoben

Frankfurt/Main/Istanbul (dpa) – Die Türkei hat erneut angebliche Terroristen nach Deutschland abgeschoben. In einem Tweet des Innenministeriums in Ankara war am Abend die Rede von vier „Terroristenkämpfern“ mit deutscher Staatsbürgerschaft. Nähere Auskünfte zu konkreten Vorwürfen oder Zielort gab das Ministerium wie üblich nicht. Die türkischen Angaben sind generell mit Vorsicht zu betrachten: Es fließen unter anderem in die Zahlen zu angeblichen „Terroristenkämpfern“ auch immer wieder die mitreisender Kinder ein.

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Auch in diesem Fall könnte das so sein. Einem Medienbericht zufolge soll es sich um eine mutmaßliche deutsche Anhängerin der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) handeln. Die 29 Jahre alte Frau aus Rheinland-Pfalz sollte nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ am Freitagabend mit drei Kindern in Deutschland ankommen. Dort liege gegen sie ein Haftbefehl wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vor.

Die Türkei schiebt seit Wochen Menschen mit angeblichen Verbindungen zu Terrororganisationen in ihre Heimatländer ab. Das türkische Militär hatte am 9. Oktober im Norden Syriens nahe der Grenze zur Türkei eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG begonnen, die von der türkischen Regierung als Terrororganisation betrachtet wird. Dabei wurden offiziellen Angaben zufolge auch 287 Anhänger der Terrormiliz IS festgenommen, darunter Frauen und Kinder.

Erst Mitte der Woche hatte die Türkei eine als „Terroristenkämpferin“ bezeichnete Frau aus Norderstedt nach Deutschland abgeschoben. Sie landete am Mittwochabend auf dem Hamburger Flughafen. In dem Flieger aus Istanbul saßen nach dpa-Informationen auch ihre beiden Söhne im Alter von zwei und vier Jahren. Die Hamburger Oberstaatsanwaltschaft bestätigte der „Bild“-Zeitung, dass die Frau verhaftet worden sei. Wie die dpa erfuhr, wird ihr die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt.

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