Mainz

SWR-Umfrage: Mehrheit der Rheinland-Pfälzer für Impfpflicht

Die Mehrheit der Rheinland-Pfälzer spricht sich nach einer Umfrage für eine allgemeine Corona-Impfpflicht aus. Knapp zwei Drittel oder 63 Prozent der Befragten halten eine Impfpflicht für Personen ab 18 Jahren für richtig, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten „PoliTrend“ des SWR-Politikmagazins „Zur Sache Rheinland-Pfalz!“ hervorgeht. Ein Drittel (33 Prozent) dagegen lehnt eine allgemeine Impfpflicht ab.

Von dpa/lrs
Impfung
Eine Spritze wird vor den Schriftzug «Impfung» gehalten.
Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Unterm Strich ist auch die Mehrheit der Rheinland-Pfälzer (60 Prozent) laut „PoliTrend“ mit dem Corona-Krisenmanagement im Land unzufrieden. Die Kritik fällt demnach deutlich stärker aus als noch im Frühjahr (März 2021: 52 Prozent). Noch größer ist die Kritik am bundesweiten Krisenmanagement (80 Prozent).

Fast zwei Drittel (61 Prozent) der Bürger in Rheinland-Pfalz wollen strengere Maßnahmen im Kampf gegen Corona. Nur ein Fünftel (20 Prozent) der Befragten im Land hält die aktuellen Maßnahmen für angemessen. 17 Prozent sagen, die Auflagen gingen ihnen zu weit.

So sprechen sich 75 Prozent der Rheinland-Pfälzer für Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte aus. Die Absage von großen Veranstaltungen wie auch von Weihnachtsmärkten findet mehrheitlich Unterstützung (67 Prozent).

Trotz Kritik am Corona-Krisenmanagement wird die der Arbeit der Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP in Rheinland-Pfalz mehrheitlich positiv bewertet. 58 Prozent der Befragten zeigten sich zufrieden, das waren zwei Prozentpunkte weniger als beim letzten „PoliTrend“ vom September.

Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, dann bliebe die SPD mit 34 Prozent stärkste politische Kraft. Im Vergleich zum September ist das ein Verlust von sechs Punkten. Die mitregierenden Grünen und die FDP könnten ihre Stimmanteile ausbauen: Die FDP käme auf 11 Prozent (plus 5 Punkte) und die Grünen auf 12 Prozent (plus 3 Punkte).

Die CDU würde demnach mit 21 Prozent der Stimmen im Vergleich zum September zwei Prozentpunkte verlieren – und mit einem neuen historischen Tief unter ihrem Wahlergebnis vom März dieses Jahres (27,7 Prozent) bleiben. Die AfD bliebe fast unverändert bei 8 Prozent, die Freien Wähler würden auf 6 Prozent kommen.

Bei der Landtagswahl im März dieses Jahres war die Ampelkoalition bestätigt worden. Die SPD regiert seit 1991 in Rheinland-Pfalz und damit so lange wie in keinem anderen westlichen Flächenbundesland. Malu Dreyer (SPD) steht seit 2013 an der Spitze der Landesregierung.

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