Mainz

Stefanie Hubig: Länder müssen genug Lehrer ausbilden

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Stefanie Hubig, fordert mehr Anstrengungen gegen den Lehrermangel. „Natürlich haben alle Länder die Aufgabe, bedarfsgerecht auszubilden“, sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin dem „Handelsblatt“ (Montag).

Schulunterricht
Ein Schüler an einem Gymnasium meldet sich im Unterricht.
Foto: Armin Weigel/Archiv – dpa

Rheinland-Pfalz könne im Schuljahr 2019/2020 „alle Stellen mit voll ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern besetzen“, führte die SPD-Politikerin aus. Dies sei möglich, weil das Land „jahrelang bedarfsgerecht beziehungsweise über Bedarf ausgebildet“ habe, sagte Hubig der Zeitung. Viele Länder reagierten jetzt auf den Mangel und stockten beispielsweise die Zahl der Studienplätze auf.

Pauschale Kritik an Seiteneinsteigern in den Lehrerberuf wies Hubig zurück. „Länder, in denen der Druck sehr hoch ist, sind auf Quereinsteiger angewiesen, und die sind unterschiedlich qualifiziert. Die Kritik daran ist daher undifferenziert, die Wortwahl inakzeptabel“, sagte Hubig.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hatte die Einstellung unzureichend qualifizierter Quereinsteiger als „Verbrechen an den Kindern“ bezeichnet. Die KMK-Präsidentin sagte: „Richtig ist: Wir müssen die Quereinsteiger ordentlich qualifizieren, so dass sie auf den Dienst in der Schule gut vorbereitet werden.“

Nach KMK-Prognosen werden in den kommenden zehn Jahren Berufs-, Haupt- und Realschulen durchgängig mit Lehrermangel zu kämpfen haben. An Grundschulen wird sich die Lage den Vorausberechnungen zufolge erst ab Mitte der 20er Jahre wieder entspannen.

„Handelsblatt“-Interview Hubig