Berlin/Ludwigshafen

Startschuss: Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung

Eine Helmut-Kohl-Stiftung erinnert künftig an das Leben und Wirken des langjährigen deutschen Bundeskanzlers. Rund viereinhalb Monate nach einem entsprechenden Bundestagsbeschluss kam das Kuratorium der Stiftung am Dienstag zu seiner konstituierenden Sitzung in Berlin zusammen. Zu dem Gremium, das im Kanzleramt von Hausherrin Angela Merkel (CDU) empfangen wurde, gehören unter anderen der frühere Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU), die ehemalige Bundesministerin Gerda Hasselfeldt (CSU) sowie der einstige CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder, der zum Vorsitzenden des Kuratoriums gewählt wurde.

Von dpa/lrs
Helmut Kohl
Der verstorbene Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl.
Foto: picture alliance / Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Der vor vier Jahren verstorbene Kohl bekleidete von 1982 bis 1998 das Amt des Bundeskanzlers und gilt als „Kanzler der Einheit“. Sein Name steht allerdings auch für die 1999 aufgedeckte CDU-Spendenaffäre. Im Mai hatte der Bundestag eine Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung beschlossen, die unter anderem eine öffentlich zugängliche Erinnerungsstätte in Berlin errichten soll.

Dieser Parlamentsbeschluss fiel allerdings gegen den ausdrücklichen Willen der Kohl-Witwe Maike Kohl-Richter, die nach einem Bericht des Nachrichtenportals „ThePioneer“ mittlerweile eine eigene Stiftung gegründet hat. Der Satzung zufolge wolle sie Kohls Arbeit „quellengestützt und vorurteilsfrei“ aufarbeiten. „So widersteht die Stiftung jeder (zeitgeistigen) Versuchung, ihn zu vereinnahmen und in seinem Namen Aussagen zu treffen, wie Dr. Helmut Kohl etwa in dieser oder jener Situation gehandelt hätte.“ Gegen die Stiftung des Bundes bereitet Kohl-Richter laut „ThePioneer“ eine Klage vor.

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Pressemitteilung des Bundespresseamts