Archivierter Artikel vom 20.01.2020, 06:50 Uhr
Koblenz

Städte erhöhen Bestattungsgebühren: Urne statt Erdbestattung

Viele Hinterbliebene entscheiden sich inzwischen für ein Urnengrab – das bedeutet für Kommunen weniger Einnahmen. Einige Städte haben deswegen bereits ihre Bestattungsgebühren erhöht oder heben die Kosten in diesem Jahr an. Dazu gehört unter anderem Koblenz, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Die Stadt hat einem Sprecher zufolge in den vergangenen fünf Jahren einmal die Gebühren zum Teil erhöht. Das Öffnen und Schließen eines Urnengrabs in einer anonymen Urnengrabreihe beispielsweise koste 190 Euro. Zuvor seien es 180 Euro gewesen. Dagegen sei der Preis für den Kauf einer solchen Urnengrabstätte unverändert geblieben. Die Stadt plant nach eigenen Angaben in diesem Jahr noch, erneut die Gebühren bei mehreren Beerdigungsdienstleistungen die Preise anzuheben.

dpa/lrsLesezeit: 1 Minuten

Als Begründung für die vorherige Erhöhung verweist der Sprecher unter anderem auf den Trend zur Urne. „Denn durch die kleineren Grabflächen bei den Urnengräbern, verbleiben immer mehr Freiflächen, die es zu pflegen gilt“, erläuterte er. Auf den insgesamt 20 Friedhöfen der Stadt gebe es inzwischen nur noch wenige Erdbestattungen. „Zurzeit finden etwa 75 Prozent Urnenbeisetzungen und nur noch 25 Prozent Erdbestattungen in Koblenz statt.“

Ähnliche Erfahrungen hat die Stadt Mainz gemacht. Dem städtischen Wirtschaftsbetrieb zufolge wurden dort zwischen 2015 und Ende 2019 insgesamt drei Mal die Gebühren erhöht. In Trier stehen die Bestattungskosten in diesem Jahr auf der politischen Tagesordnung: „Geändert werden die Gebühren voraussichtlich im späten Frühjahr 2020“, sagte eine Stadtsprecherin. Denn die bisherige Kostenkalkulation sei schon neun Jahre alt. Inwiefern sie die Gebühren 2020 veränderten, sei noch nicht absehbar.