Archivierter Artikel vom 25.11.2020, 15:50 Uhr
Koblenz

Stadt Koblenz muss gegen Swingerclub und Erotikbar vorgehen

Nach Beschwerden von Nachbarn zwingt das Verwaltungsgericht Koblenz die Rhein-Mosel-Stadt, gegen einen Swingerclub und eine Erotikbar vorzugehen. Es verpflichtete die Kommune nach Mitteilung vom Mittwoch mit zwei Urteilen, frei wählbare Maßnahmen gegen Beeinträchtigungen für Nachbarn zu ergreifen.

dpa/lrs
Richterhammer
Auf einem Tisch in einem Gerichtssaal liegt ein Richterhammer aus Holz, darunter eine Richterrobe.
Foto: picture alliance / dpa/Symbolbild

Diese hätten sich bereits seit 2015 beschwert: Es komme zu Lärm sowie „sonstigen nicht hinnehmbaren Belästigungen“ wie von außen sichtbaren nackten Kunden und Urinieren auf benachbarten Grundstücken. Die Stadt habe daraufhin mehrmals vor Ort kontrolliert und den Lärm gemessen, aber nach eigenen Angaben keine unzumutbaren Belästigungen der beiden benachbarten Etablissements für Nachbarn festgestellt.

Deren Klagen hatten Erfolg. Das Verwaltungsgericht urteilte, bei dem Swingerclub und der Erotikbar würden die zugestandenen Lärmhöchstwerte überschritten. Es komme zu belästigendem Verhalten der Besucher. Nur schwer miteinander vereinbare Nutzungsarten treffen hier laut Gericht aufeinander. Das verlange ein erhöhtes Maß an gegenseitiger Rücksichtnahme.

Die Stadt Koblenz teilte auf Anfrage mit, sie wolle „zunächst die Entscheidungsgründe des Gerichtes gründlich durcharbeiten, um dann Entscheidungen zu treffen“. Gegen beide Urteile können die Beteiligten die Berufung beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz in Koblenz beantragen.

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