Schweitzer: Habeck muss „Transformation“ weiter fassen

Die Transformation der Arbeitswelt ist eines der zentralen Themen von Arbeitsminister Schweitzer. Darüber brauche es eine politische Debatte – sagt der SPD-Politiker.

Alexander Schweitzer
Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD).
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Mainz (dpa/lrs). Der rheinland-pfälzische Arbeitsminister Alexander Schweitzer hat Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) aufgefordert, seinen Transformationsbegriff zu erweitern. „Habeck betont stark die ökologische Transformation. Er muss aber die Arbeitsgesellschaft stärker mit in den Blick nehmen“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Wir brauchen in Deutschland das große Gespräch über Transformation, eine politische Debatte muss das Ziel sein.“

„Transformation umfasst auch die Digitalisierung und technologische Anpassung, die Zusammenarbeit im Unternehmen, die Demografie der älter werdenden Gesellschaft und die CO2-Neutralität“, betonte Schweitzer. „Wir brauchen eine Transformation der Arbeitsgesellschaft, bei der die Vereinbarkeit von Weiterbildung, Gesundheit am Arbeitsplatz sowie von Beruf und Familie verbessert wird“, sagte der SPD-Minister. „Die Mitarbeiter dürfen nicht vor vollende Tatsachen gestellt, sondern müssen mitgenommen werden.“ Dabei spielten die Mitarbeitervertretungen eine wichtige Rolle.

„Ich wünsche mir, dass Habeck gemeinsam mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil die Unternehmen dabei unterstützt“, sagte Schweitzer. Heil gehört wie Schweitzer der SPD an.

Die neue Transformationsagentur in Rheinland-Pfalz habe eine Lotsenfunktion. „Damit wollen wir Angebote von Qualifizierung und Weiterbildung in die Unternehmen bringen und die Aufmerksamkeit für Angebote erhöhen.“ Diese Aufgabe übernehme die Prognos AG. „Das Wirtschaftsforschungsunternehmen organisiert und stellt die Leistung dar – von der Lotsenfunktion bis fachlichen zur Begleitung“, erläuterte Schweitzer.

„Die Transformationsagentur startet im Januar die ersten Aktivitäten. Es ist wichtig, dass sie schnell ins Arbeiten kommt.“ Erste Teilergebnisse erwartet Schweitzer 2022.

„Produkte und Prozesse müssen sich ändern, sonst drohen Unternehmen vom Markt zu verschwinden.“ Dies gelte auch etwa sowohl für die Automobilbranche als auch für die chemische Industrie.

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