Mainz

Wissenschaft

Schott hat alle Elemente für Spiegelteleskop ausgeliefert

Von dpa/lrs
Glaskeramikproduktion bei Schott
HANDOUT - Ein Glaskeramik-Element wird nach der Schmelze bei Schott abtransportiert. Foto: Schott/dpa

Es ist ein Mammutprojekt: In der chilenischen Atacama-Wüste entsteht das weltweit größte Spiegelteleskop – mit Elementen von Schott in Mainz. Die sind inzwischen allesamt ausgeliefert.

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Mainz (dpa/lrs). Nach jahrelanger Arbeit hat der Spezialglashersteller Schott das letzte Element für das weltgrößte Spiegelteleskop ausgeliefert. Über sechs Jahre wurden am Stammsitz des Unternehmens in Mainz Spiegelträger aus Glaskeramik für das Extremely Large Telescope (ELT), das derzeit in der Wüste Atacama in Chile entsteht, gefertigt, vier Jahre davon in Serie, wie Schott am Donnerstag in Mainz mitteilte.

Auftraggeber war die Europäische Südsternwarte (ESO), die das optische Riesenteleskop in der Atacama-Wüste auf einer Höhe von 3046 Metern baut. Dort herrschen bei oft klarem Himmel ideale Bedingungen für astronomische Beobachtungen. Das ELT kostet geschätzt rund 1,45 Milliarden Euro, 2028 soll es zum ersten Mal Licht einfangen und sozusagen in Betrieb gehen.

Der Hauptspiegel des ELT hat einen Durchmesser von 39 Metern, allein er besteht aus 798 sechseckigen Spiegelelementen aus Glaskeramik. Insgesamt produzierte Schott nach eigenen Angaben 949 Spiegelträger für den Hauptspiegel mit einem Durchmesser von jeweils anderthalb Metern und einer Dicke von 50 Millimetern, teilweise stehen sie als Ersatz bereit. Auch für drei weitere Spiegel der mächtigen Anlage fertigten die Mainzer Elemente.

Fünf Spiegel wird das ELT als größtes Teleskop der Welt für sichtbares Licht und den nahen Infrarotbereich haben. Es soll ferne Galaxien so detailliert abbilden wie nie zuvor und wird vielfach schärfere Bilder liefern als etwa das bekannte Weltraumteleskop Hubble der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Informationen zu dem ELT-Projekt

Informationen zum ELT der Europäischen Südsternwarte

© dpa-infocom, dpa:240627-99-554389/2