Saarbrücken

Saarland bleibt weitgehend im Lockdown bis 7. März

Die Sorge vor der Ausbreitung von Corona-Mutanten ist immer noch groß. Daher sind im Saarland noch keine umfassenden Lockerungen absehbar. Nur zum Friseur geht es schneller. Und in die Grundschule.

dpa/lrsLesezeit: 2 Minuten
Tobias Hans
Tobias Hans, der Ministerpräsident des Saarlandes.
Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild

Saarbrücken (dpa/lrs) – Das Saarland muss sich auch weiterhin auf massive Einschränkungen in der Corona-Pandemie einstellen. Der Lockdown werde grundsätzlich bis zum 7. März verlängert, teilte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans nach Beratungen mit seinen Amtskollegen und Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU) am Mittwoch mit. Trotz sinkender Infektionszahlen gebe es Einigkeit, dass gerade angesichts der gefährlicheren Corona-Mutanten „nicht der Zeitpunkt gekommen ist für Lockerungen, sondern dass wir abwarten müssen“, sagte Hans.

Allerdings gebe es erste Erleichterungen für Kinder: Vom 22. Februar an werden im Saarland die Grundschulen im Wechselunterricht öffnen, kündigte Hans an. „Das ist ein wichtiges Signal an die Familien mit kleineren Kindern.“ Der Schritt werde begleitet von einem strengen Hygienekonzept und ausgiebigen Testungen. Zudem werde versucht, die Lehrer und Erzieher in Kitas beim Impfen zu priorisieren, sagte Hans.

Zudem dürften Friseure unter strikten Hygiene-Auflagen bereits am 1. März wieder aufsperren. Es sei sinnvoll, dass dies deutschlandweit geschehe. „Weil wir ja gemerkt haben, dass offensichtlich im Saarland vielen Menschen der Friseurbesuch so, so wichtig ist, dass sie auch nach Luxemburg oder Frankreich fahren“. Deswegen werde man „auch nicht haargenau schauen, ob die 50er Inzidenz erreicht ist“, sagte Hans.

Nächste Lockerungen seien bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von maximal 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner möglich: Dazu gehörten dann die Öffnung des Einzelhandels mit einer Begrenzung von einem Kunden pro 20 Quadratmeter, die Öffnung von Museen und Galerien sowie von körpernahen Dienstleistungsbetrieben, sagte der Regierungschef. „Es war uns ein großes Anliegen, gerade dem sehr gebeutelten Einzelhandel ein Signal zu geben.“

„Mir ist wichtig, keine falschen Hoffnungen zu wecken, keine überzogenen Erwartungen zu wecken bei den Menschen, denn wir wissen nicht genau, wie sich die Varianten und Mutationen des Virus ausbreiten. Das zwingt uns zu absoluter Vorsicht“, betonte Hans. Eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern werde eine Öffnungsstrategie für weitere Lockerungen im Bereich Gastronomie, Kultur und Sport erarbeiten.

Das öffentliche Leben im Saarland ist seit Mitte Dezember drastisch heruntergefahren. Der Einzelhandel mit Ausnahme von Geschäften des täglichen Bedarfs ist weiterhin dicht – ebenso wie die Gastronomie sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Treffen sind nur noch im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren Person erlaubt.

Die Zahl der Corona-Infektionen ist auch im Saarland rückläufig. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner, lag am Mittwoch (16.00 Uhr) laut Gesundheitsministerium bei 96,1. Es sei „ein Zeichen in die richtige Richtung“, dass man es im Saarland wieder unter die Hunderter-Inzidenz geschafft habe, sagte Hans. Vor einer Woche hatte der Wert noch 129,7 betragen. Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen bei 68.

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