Mainz

Rund 20 000 zusätzliche Impftermine: Hausärzte sind sauer

Rund 20 000 zusätzliche Spritzen gegen das Coronavirus gibt es am Wochenende in den Impfzentren des Landes. Sie kommen vor allem den 70- bis 79-Jährigen zugute. Die millionste Impfung soll am Samstag verabreicht werden.

Von dpa/lrs
Impfung gegen das Coronavirus
Eine Hausärztin impft in ihrer Praxis eine Patientin gegen das Coronavirus.
Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild

Mainz (dpa/lrs). Insgesamt rund 39 000 Menschen sollen bei der Sonderaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung am Wochenende gegen das Coronavirus geimpft werden. Das sind etwa 20 000 zusätzliche Termine, wie das Gesundheitsministerium am Freitag in Mainz mitteilte. 30 der 32 Impfzentren im Land machen mit. Die neuen Termine seien an im Pool registrierte Bürger der Prioritätsgruppe zwei vergeben worden. Dazu gehören 70- bis 79-Jährige, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Kontaktpersonen von Schwangeren und Pflegebedürftigen. Der Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Matthias Rösch, soll am Samstag in Mainz geimpft werden.

Bei den Hausärzten stößt die Priorisierung der Zentren beim Impfen auf Kritik. In den Hausarztpraxen könnten 150 000 Menschen pro Woche oder 600 000 im Monat geimpft werden, wenn genug Impfstoff da wäre, sagte die Vorsitzende des Hausärzteverbands, Barbara Römer, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Die Hausärzte sind sauer.“ Sie bekämen wegen des Impfstoffmangels auf dem Markt eh schon sehr wenige Dosen, und jetzt würden diese Bestellungen auch noch von Woche zu Woche mehr gekürzt. „Die Kollegen sind außer sich: Bis zu 70 Prozent Kürzungen der Gesamtliefermenge für die kommende Woche. Zugleich stapelten sich in den Praxen die Listen mit Patienten, die geimpft werden wollten. Die Priorisierung der Impfzentren sei „untragbar“.

„Es war und ist das Ziel der Landesregierung, dass die Hausärztinnen und Hausärzte perspektivisch alle Impfungen übernehmen“, sagte dagegen Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. „Weiterhin ist der limitierende Faktor für die Impfungen die Menge des zur Verfügung stehenden Impfstoffes.“ In die Kette der Impfstoff-Lieferungen an die Arztpraxen sei das Land zudem nicht involviert. „Diese erfolgt vom Bund an den Großhandel und dann über die Apotheken an die Praxen.“

Am Samstag werde die millionste Spritze im Land gesetzt, sagte die Ministerin. Sie forderte die im Terminpool registrierten Menschen auf, ihre E-Mail-Postfächer samt Spam-Ordnern im Blick zu behalten, um einen kurzfristigen Termin für die Sonderaktion nicht zu verpassen.

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