Archivierter Artikel vom 29.03.2020, 12:10 Uhr

Rehlinger fordert Lösung für Grenzgänger nach Luxemburg

Saarbrücken (dpa/lrs) – Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hat eine steuerliche Sonderlösung für Grenzgänger nach Luxemburg gefordert, die wegen der Corona-Pandemie länger im Home-Office arbeiten müssen. In einem Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) schlägt Rehlinger vor, sich an der französischen Regelung mit Luxemburg zu orientieren. Über eine Ausnahmeregelung könne mit Luxemburg vereinbart werden, dass die 19-Tage-Regelung für das Home-Office während der Corona-Krise außer Kraft gesetzt werde, erklärt sie in dem am Sonntag veröffentlichten Schreiben vom Freitag. Es stehe sonst „zu befürchten, dass sich die betroffenen Grenzgänger nach 19 Tagen dafür entscheiden, wieder nach Luxemburg zu ihrem Arbeitgeber zu pendeln.“

Lesezeit: 1 Minuten
Anke Rehlinger (SPD)
Anke Rehlinger (SPD), Wirtschaftsministerin des Saarlands, nimmt an einer Landtagssitzung teil.
Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild

Deutsche Grenzgänger, die in Luxemburg beschäftigt sind, zahlen den Angaben zufolge grundsätzlich dort ihre Steuern. Das wird durch das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) Deutschland-Luxemburg geregelt. Zur Vermeidung der Doppelbesteuerung haben die beiden Länder die Freistellungsmethode gewählt, wonach Deutschland die Grenzgänger von der Besteuerung freistellt. Es gibt jedoch eine Schwelle von weniger als 20 Tagen im Kalenderjahr, in denen die Arbeit auch in Deutschland, etwa im Home-Office, verrichtet werden kann, ohne dass das steuerliche Folgen hat.