Archivierter Artikel vom 24.02.2021, 17:40 Uhr

Patienten in Klinken durchschnittlich 66 Jahre alt

Das Land finanziert seit fast einem Jahr ein Covid-19-Register am Herzinfarktforschungszentrum Ludwigshafen. Es liefert die Grundlage für die Lage in den Krankenhäusern. Nun liegt eine Zwischenauswertung von Patientendaten vor.

Mainz/Ludwigshafen (dpa/lrs) – Die Covid-19-Patienten in rheinland-pfälzischen Krankenhäusern sind im Durchschnitt 66 Jahre alt und mehr als zur Hälfte (55 Prozent) Männer. Das ist ein Ergebnis der Zwischenauswertung des Covid-19-Krankheits-Registers, wie das Gesundheitsministerium in Mainz am Mittwoch mitteilte. In die Auswertung seien die Daten von 706 Patienten eingeflossen.

Die Patienten wurden im Mittel vier Tage nach dem Auftreten erster Krankheitssymptome ins Krankenhaus aufgenommen. Die häufigsten Symptome laut Studie: Husten, Fieber, Kurzatmigkeit und Ermüdung. Gut ein Viertel der Patienten muss auf die Intensivstation.

Rund 17 Prozent der Covid-19-Patienten sterben – unabhängig von der Station – während ihres Krankenhausaufenthalts, meist an respiratorischem Versagen (Atemversagen). Wird eine intensivmedizinische Behandlung notwendig, steigt die Sterblichkeit auf 36 Prozent. „Für Patienten, die eine maschinelle Beatmung benötigen, beträgt die Sterblichkeit mehr als 50 Prozent“, heißt es in der Mitteilung.

Mehr als zwei Drittel der stationär aufgenommenen Menschen wiesen Herz-Kreislauf- oder Hirngefäß-Risikofaktoren auf. Bei einem Drittel der Erkrankten auf der Normalstation und bei mehr als zwei Dritteln auf der Intensivstation komme es zu Komplikationen wie Lungenentzündungen, Atemnot und Nierenversagen. Der Krankheitsaufenthalt beträgt auf einer normalen Station im Durchschnitt 10 Tage, auf der Intensivstation mehr als 20 Tage, wie das Ministerium aus der Auswertung zitiert.

„Auch wenn vorwiegend ältere Patienten mit Vorerkrankungen stationär aufgenommen werden müssen, so gibt es auch bei jüngeren Patienten schwere und zum Teil tödliche Krankheitsverläufe“, stellt der Vorstand der Stiftung für Herzinfarktforschung Ludwigshafen und Studienleiter des Covid-19-Registers, Anselm Gitt, fest. „Daher sind alle Strategien zur Vermeidung der Covid-19-Infektionen so ausgesprochen wichtig.“

Im Januar hätten pro Tag mehr als 1100 Patienten gleichzeitig in den Kliniken behandelt werden müssen, jeder Vierte auf Intensivstation. Die Krankenhäuser seien in einigen Regionen schon im Dezember an die Grenzen ihrer Versorgungskapazitäten gekommen. „Durch den konsequenten Shutdown ist es zu einem Rückgang der Neuinfektionen und damit auch zu einem deutlichen Rückgang der stationär zu behandelnden Patienten mit Sars-CoV-2 in Rheinland-Pfalz gekommen“, sagt Gitt.

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